Die große Gustav-Mahler-Nacht

13. Mai 2011 - 15:32 Uhr

Samstag, 14. Mai 2011 / 22:00 – 06:00 Uhr
BR-alpha

Mit einer Langen Nacht würdigt BR-alpha den Komponisten Gustav Mahler. Am Anfang stehen die biografische Spieldokumentation „Meine Zeit wird kommen“ und eine kurze Einführung in Mahlers Werk von Jens Malte Fischer. Es folgen Aufnahmen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons und Lorin Maazel sowie den Weltklassesängern Thomas Hampson und Bo Skovhus. Mahler-Neulingen bietet das Programm Gelegenheit, Leben und Werk des Komponisten kennenzulernen.

Die Sendungen im Überblick:

Gustav Mahler (Foto: Johann Jaritz / gemeinfrei)

22.00 Uhr Gustav Mahler – Meine Zeit wird kommen

Der Spiel Dokumentarfilm "Meine Zeit wird kommen" baut auf den Tagebucheinträgen der Bratschistin Natalie Bauer-Lechner – einer engen Vertrauten Gustav Mahlers – auf. Lechner beschreibt in ihrem Tagebuch Mahlers Leben und seinen beruflichen Aufstieg bis zu seiner Heirat mit Alma Schindler aus dem Blickwinkel der Freundin. Zwischen Natalie Bauer-Lechner und Gustav Mahler entwickelte sich nicht nur eine intellektuelle Freundschaft, sondern auch eine Künstler-Liebe, die letztlich unerfüllt blieb. Der Film enthält Voraus- und Rückblicke, Trugschlüsse und rasante Tempi-Wechsel wie Gustav Mahlers Musik.

22.50 Uhr Mahler heute – Reflexionen von Jens Malte Fischer

Der Mahler-Experte Jens Malte Fischer gibt Auskunft über die Bedeutung des Komponisten Gustav Mahler in der Vergangenheit und in unserer Zeit.

23.00 Uhr Gustav Mahler: Symphonie Nr. 1 D-Dur (Mariss Jansons dirigiert)

Gustav Mahlers erste Symphonie gilt als seine populärste. Der Komponist schrieb sie 27-jährig von Januar bis März 1888; uraufgeführt wurde sie erst 1889 in Budapest. Mahler hatte gerade eine Position als zweiter Kapellmeister in Leipzig inne.

Als Komponist hatte er bis dahin durch seine "Lieder eines fahrenden Gesellen" auf sich aufmerksam gemacht. Nun war es für Mahler, der sein außergewöhnliches Talent als Orchesterleiter längst unter Beweis gestellt hatte, Zeit für eine Symphonie: "Es ist so übermächtig geworden – wie es aus mir wie ein Bergstrom hinausfuhr", schrieb er an einen Freund kurz nach der Fertigstellung der "Ersten".

00:00 Uhr Des Knaben Wunderhorn – Ein Meisterkurs mit Thomas Hampson in Heidelberg

Der Bariton Thomas Hampson ist ein Weltstar seines Fachs. Neben seinen zahlreichen weltweiten Verpflichtungen nimmt er sich regelmäßig Zeit, sein Können an junge Sängerinnen und Sänger in Meisterkursen weiterzugeben. Bei diesen Gelegenheiten befasst er sich hauptsächlich mit seiner großen Leidenschaft, dem romantischen Lied. Der Meisterkurs beim Heidelberger Frühling 2006 war für diese Arbeit Hampsons exemplarisch.

01:00 Uhr Gustav Mahler: Symphonie Nr.3 (Mariss Jansons dirigiert)

Mahlers Dritte Symphonie ist ein Werk, das alle Grenzen sprengt. Schon mit ihrer Aufführungsdauer, die je nach Interpretation zwischen 90 und 100 Minuten liegt, zählt sie zu den längsten Symphonien, die jemals komponiert wurden. Auch die musikalische Besetzung ist imposant. Neben einem ungewöhnlich großen Orchester umfasst sie eine Alt-Solostimme sowie einen Knaben- und Frauenchor. Ebenso außergewöhnlich und von der Tradition der symphonischen Gattung abweichend sind Zahl und Anordnung der Sätze. Mahler selbst schrieb dazu: "Symphonie heißt mir eben: mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen.".

02:45 Uhr Gustav Mahler: Symphonie Nr. 4 G-dur (Lorin Maazel dirigiert)

Die 4. Symphonie in G-dur, die Mahler 1901 in München selbst zur Uraufführung brachte, ist die letzte seiner drei "Wunderhorn-Symphonien". Das viersätzige Werk, für dessen Finalsatz der Komponist sein neun Jahre zuvor entstandenes Wunderhornlied "Das himmlische Leben" heranzog, weist einerseits einen überraschend einfachen, ja kindlich-naiven Grundton auf; andererseits offenbart das Werk einen ständigen Wechsel der Ausdruckscharaktere.

03:50 Uhr Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen (Mariss Jansons dirigiert)

Einer unglücklichen Liebe hatte Gustav Mahler sein erstes Meisterwerk zu verdanken. Seine "Lieder eines fahrenden Gesellen" schrieb er in den Jahren 1883 bis 1885. Damals verliebte er sich, kaum hatte er die Stelle des Kapellmeisters am Königlichen Theater in Kassel angetreten, unsterblich in die Sängerin Johanna Richter. Seine Liebe wurde nicht recht erwidert; Mahler musste 1885 den Dienst quittieren, um von seinem Liebesleid erlöst zu werden. In seinen vier "Liedern eines fahrenden Gesellen" für Alt oder Bariton und Orchester hat er dieses Leid künstlerisch verarbeitet.

04:10 Uhr Gustav Mahler: Symphonie Nr. 5 (Lorin Maazel dirigiert)

Auch heute noch zählt das "Adagietto" aus der 1903 vollendeten 5. Symphonie zu Gustav Mahlers populärsten Kompositionen. Nur für Streicher und Harfe komponiert, lehnt es sich in Melodie und Gestus eng an Mahlers Rückert-Lied "Ich bin der Welt abhanden gekommen" an. In den späten 1960er Jahren legte der italienische Regisseur Luchino Visconti, damals nicht ohne Kritik seitens der Klassik-Puristen, diese Musik seiner Verfilmung der Thomas-Mann-Novelle "Tod in Venedig" zu Grunde, wodurch der Film selbst bald zum Kultfilm avancierte und fast als Nebenprodukt die gleichzeitig einsetzende Mahler-Renaissance ihren Höhepunkt erreichte.

05:30 Uhr Gustav Mahler: Symphonie Nr. 10 (Lorin Maazel dirigiert)

Nach den großen Erfolgen seiner Beethoven-, Brahms-, Bruckner- und Schubert-Zyklen beschloss Lorin Maazel seine Amtszeit als Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters mit einer Aufführung des kompletten symphonischen Werks von Gustav Mahler. Darauf wechselte er ans Podium der New Yorker Philharmoniker. Als Höhepunkt und Abschluss dieses letzten Zyklus dirigierte er im Juni 2002 die Symphonien Nr. 9 und 10, Mahlers "Schwanengesang".

(wa)

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