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"Mahler auf der Couch" – Spielfilm und "Making Of" der Filmmusik

18. Mai 2011 - 17:40 Uhr

Samstag, 21. Mai 2011 / 20:15 – 00:40
Bayerisches Fernsehen

Die Konzertmitschnitte und TV-Dokumentationen zum Gustav-Mahler-Jahr konzentrieren sich natürlich um den 18. Mai, den 100. Todestag des Komponisten. Aus diesem Anlass zeigt die ARD spät in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai den Spielfilm "Mahler auf der Couch" von Percy und Felix Adlon. Das Bayerische Fernsehen hingegen räumt dem hochgelobten Film den Prime-Time-Sendeplatz schlechthin ein: kommenden Samstag um 20:15 Uhr. Danach folgt ein "Making of" der Filmmusik. Und mit dem anschließenden gezeigten "Tod in Venedig" von Luchino Visconti ist ein Mahler-Themenabend komplett.

"Mahler auf der Couch" (20:15 – 21:50 Uhr)

"Mahler auf der Couch" (Foto: © ARD Degeto/Pelemele Film)

Im Sommer 1910 unterbricht Sigmund Freud (Karl Markovics) seinen Urlaub in den Niederlanden, um dem Komponisten, Dirigenten und ehemaligen Wiener Operndirektor Gustav Mahler (Johannes Silberschneider) als Psychotherapeut beizustehen. Seit der Künstler einen verfänglichen Brief des Architekten Walter Gropius (Friedrich Mücke) gelesen hat, der an seine junge Frau Alma (Barbara Romaner) gerichtet war, plagt ihn rasende Eifersucht. Keine Note bringt er seitdem mehr zu Papier. Und so nimmt Mahler trotz anfänglicher Zweifel auf der berühmten Couch des Psychoanalytikers Platz.

Während Mahler und Freud Almas Ehebruch im Hotelzimmer und während ausgedehnter Spaziergänge durch die verwinkelten Gassen des labyrinthischen Leyden diskutieren, steigen Erinnerungen in Mahler auf – an die gemeinsame Zeit mit Alma, die er als seine Seelenverwandte betrachtet, an ihre ersten Treffen, auch an die erotischen Begegnungen Almas mit Walter Gropius, die er sich in seiner Fantasie ausmalt. Die Schuld gibt der alternde Komponist freilich alleine Alma. Doch mit seinen beharrlichen Fragen dreht Freud bald den Spieß um und fördert Erstaunliches aus dem Unbewussten des Jahrhundertkomponisten herauf.

Die erste Vater-Sohn-Regiearbeit von Percy und Felix Adlon pendelt geschickt zwischen Parodie, opulentem Künstlerfilm und psychoanalytisch grundiertem Melodram. Zugleich entwirft der Film die Geschichte einer gewaltigen Liebe, die sich nach und nach aus den Erinnerungen Mahlers herauskristallisiert. Dabei beruht die deutsch-österreichische Koproduktion aus dem Jahr 2010 auf historischen Tatsachen: "Dass es geschah ist verbürgt. Wie es geschehen ist, haben wir erfunden", sagten Percy und Felix Adlon über die Begegnung der beiden Wiener Ikonen, die zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählen.

Making of Filmmusik "Mahler auf der Couch" (21:55 – 22:40 Uhr)

Making of Filmmusik "Mahler auf der Couch" (Foto: © BR/Percy Adlon)

Für die beeindruckende Filmmusik war der finnische Stardirigent Esa-Pekka Salonen verantwortlich. Er hat Teile des Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie, des langsamen Satzes aus der 4. und der unvollendeten 10. Sinfonie, die während eben der von dem Film thematisierten Ehekrise entstand, neu eingespielt. Die Dokumentation ist ein akustisches Erlebnis und bietet einen faszinierenden Einblick in das Filmemachen. Denn zusätzlich zu dem Einblick in die Musikaufnahmen erklären Percy und Felix Adlon, wie sie den Einsatz von Mahlers Musik in ihren Film geplant haben. Ausschnitte aus ihrem Spielfilm verdeutlichen, wie aus den Proben und Aufnahmen mit dem Orchester die Filmmusik entstand.

"Tod in Venedig" (22:40 – 00:45 Uhr)

Der alternde Komponist Gustav von Aschenbach reist nach Venedig. Dort begegnet er dem Knaben Tadzio und verbringt fortan seine Zeit damit, den Jungen zu beobachten. Als in der Stadt eine Choleraepidemie ausbricht, weigert er sich abzureisen. Mit "Tod in Venedig" schuf Luchino Visconti 1970 eine meisterliche Adaption von Thomas Manns 1912 erschienener Novelle. Dabei verlieh er dem alternden und von Dirk Bogarde verkörperten Komponisten Gustav von Aschenbach, im Roman noch ein Schriftsteller, offensichtliche Züge Gustav Mahlers.

(wa)

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