Ludovico Einaudi fühlt sich beim Komponieren reicher

01. November 2012 - 12:01 Uhr

Hamburg/Berlin (mh) – Der italienische Komponist Ludovico Einaudi fühlt sich beim Komponieren reicher, tiefer und voller. Das sagte er der Zeitschrift "Brigitte" (Ausgabe 24/2012). "Ich spüre meine besten Gefühle, so stark wie nie im normalen Leben", sagte Einaudi. Klassische Musik könne Türen aufstoßen "zu Welten, die weniger festgelegt, weniger stereotyp sind. Musik ist eine freie Sprache, sie muss sich nicht an Worte halten. Jeder kann etwas anderes in ihr lesen."

Ludovico Einaudi

"Klang und Form der klassischen Musik sind sehr frei und komplex", dadurch könne sie die Erzählung in Filmen besser spiegeln als Songs, meinte Einaudi. Ein Film von zwei Stunden Dauer brauche Abschweifung, Wiederholung oder Vorgriff auf ein Thema. "Da kann ich nicht so ein Drei-Minuten-Popstück nehmen, das nach Bauteilen funktioniert", erklärte der Komponist und Pianist. Einige Kompositionen aus seinem Album "Islands – The Essential Einaudi" wurden im Soundtrack des Films "Ziemlich beste Freunde" verwendet.

Das Klavier gehört zu den frühesten Kinderheitserinnerungen des 56-Jährigen: "Meine Mutter spielte wahnsinnig gern. Meine Schwestern und ich haben uns danebengesetzt: Bach, Chopin Schumann." Besonders habe ihn ein französisches Kinder-Liedbuch beeindruckt. "Weil ich die Noten noch nicht lesen konnte, habe ich ganz genau aufgepasst, während meine Mutter spielte und mit uns sang, und dann Aufkleber auf die Tasten geklebt", verriet der Komponist. Erinnerungen blieben zwar zuerst an Bildern haften, die aber auf lange Sicht verblassten. Dann gewinne die Musik ihre eigentliche Bedeutung zurück, da sie viel tiefer gehe.

(wa)

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http://www.brigitte.de/

 

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