Dirigent Sir Colin Davis gestorben

15. April 2013 - 00:49 Uhr

London/Berlin (mh) – Der britische Dirigent Sir Colin Davis ist tot. Er starb nach Krankheit am Sonntag im Alter von 85 Jahren. Das teilte das London Symphony Orchestra (LSO) mit, dessen Präsident Davis war. "Das LSO wird sich an ihn mit enormer Zuneigung und Bewunderung erinnern", erklärte das Orchester auf seiner Website.

Sir Colin Davis

"Sir Colins Rolle im britischen Musikleben war immens", hieß es weiter. Neben seinem Engagement für bedeutende Orchester "unterstützte er viele junge Musiker und Dirigenten an der Royal Academy of Music und der Guildhall School." International war der Dirigent bekannt für seine Interpretationen von Mozart, Sibelius und Berlioz. "Musikliebhaber in aller Welt wurden durch seine Konzerte und Aufnahmen inspiriert."

Davis wurde 1927 in der englischen Kleinstadt Weybridge geboren. Nach dem Klarinettenstudium wechselte er ins Dirigentenfach. Sein Debüt mit dem London Symphony Orchestra gab er 1959. Von 1967 bis 1971 war er Chefdirigent des BBC Symphony Orchestra und anschließend Musikdirektor des Royal Opera House. Zwischen 1983 und 1992 leitete Davis das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Von 1995 bis 2006 war er Chefdirigent des London Symphony Orchestra, dessen Präsident er 2007 wurde. Zudem war er seit 1991 Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Im Mai 2012 hatte Davis während eines Konzerts in der Dresdner Semperoper einen Schwächeanfall erlitten. Nach einem Krankenhausaufenthalt im Januar 2013 hatte er bei der Sächsischen Staatskapelle alle Konzertverpflichtungen bis Saisonende abgesagt.

(wa)

Link:

http://lso.co.uk/sir-colin-davis-1927-2013

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