Hochleistungssport Operngesang

02. Juli 2011 - 16:32 Uhr

Sonntag, 03. Juli 2011 / 09:45 – 10:30 Uhr
SWR

Opernsänger ist ein Traumberuf: Auf der Bühne stehen und als Star gefeiert werden. Viele Menschen denken, dass sie mit wenig Mühe viel Geld und Ruhm kassieren könnten. Doch der Weg zu einer erfolgreichen Sängerkarriere ist mühsam und voller Fallstricke. Denn Singen ist ein echter Hochleistungssport. Opernsänger müssen bis an ihre physischen Grenzen gehen. Dabei riskieren sie jeden Abend Verletzungen ihres Stimmapparates.

Sopranistin Anja Harteros

Der Film untersucht Vorurteile und gewährt Einblicke in den riskanten Berufsalltag des Opernsängers. Was kann die Stimme aushalten und was nicht? Wie und warum entstehen irreparable Schäden an den Stimmbändern? Im Gegensatz etwa zu Top-Fußballern, deren Krankengeschichten die Boulevardblätter füllen und zu kollektivem Mitleid führen, werden Verletzungen der Stimme meist totgeschwiegen. Denn sie könnten den Ruhm des Stars und die Verkaufszahlen beschädigen. Ein Sänger, der öffentlich über Stimmprobleme oder seelische Krisen spricht, muss damit rechnen, rapide an Marktwert zu verlieren.

Wie muss man leben, um den Anforderungen des Berufsalltages über Jahrzehnte gerecht zu werden und dem immensen Druck der Öffentlichkeit standzuhalten? Gefeierte Opernstars wie der Tenor Jonas Kaufmann und die Sopranistin Anja Harteros erzählen von Krisensituationen und deren Überwindung. Und ein Star ganz anderer Art hat in diesem Film seinen Auftritt: der Facharzt für die teuersten Stimmbänder der Welt, Dr. Reinhard Kürsten, in dritter Generation Sängerarzt vis-à-vis der Wiener Staatsoper.

Edda Moser, deren Königin der Nacht als Kulturzeugnis der Menschheit auf einer goldenen Schallplatte durch das Weltall fliegt, spricht über das Thema Macht auf der Bühne. Der polnische Tenor Piotr Beczala erklärt die vielen äußeren Faktoren, die stimmen müssen, damit ein Sänger Höchstleistungen abrufen kann. Last but not least berichtet die Gesangslegende Christa Ludwig von der Versuchung, über die eigenen Möglichkeiten hinausgehen zu wollen – und über den hohen Preis, den sie dafür zahlen musste.

(wa)

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