"Piotr Anderszewski – Wanderer ohne Ruhe"

05. Juli 2011 - 20:46 Uhr

Montag, 11. Juli 2011, 22:00 – 23:25 Uhr
ARTE

Der Pianist Piotr Anderszewski ist ein „Wandersmann“. Geboren wurde er 1969 in Warschau, die Mutter Polin, der Vater Ungar. Studiert hat er in Lyon und Straßburg, an der University of Southern California in Los Angeles und an der Warschauer Chopin-Akademie. Heute lebt er in Paris und Lissabon. Und 2008 wohnte und arbeitete er für die Zeit einer Tournee sogar in einem Zug. Von dieser Reise durch viele Länder erzählt der Film "Piotr Anderszewski – Wanderer ohne Ruhe" von Bruno Monsaingeon.

Wanderer ohne Ruhe

Der französische Filmemacher Bruno Monsaingeon, der ursprünglich (und noch immer) Violinist ist, hat den Weltklasse-Pianisten mit der Kamera begleitet. Das Resultat sind Einblicke in die Biographie Anderszewskis. So besucht er seine Großmutter in Ungarn oder trifft sich mit einem alten Freund, um alte Stadtansichten seiner Geburtsstadt Warschau auszutauschen. Schließlich zeigt Anderszewski dem Zuschauer, warum er sich in Lissabon so geborgen fühlt.

"Musik ist eine internationale Sprache, die Grenzen und Mauern überwinden kann", sagte Piotr Anderszewski bei der Vorabpremiere des Films 2009 in Berlin. Wie um das zu illustrieren, fuhr er also mit dem Zug quer durch Europa. Darin trifft er sich mit Freunden und musiziert zu Beispiel mit seiner Schwester, der Geigerin Dorata Anderszewska.

Auf verschiedenen Stationen der Zugfahrt erlebt man den Pianisten bei der Arbeit mit Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, mit denen er das erste Klavierkonzert von Beethoven einspielt, oder bei Solo-Auftritten. Außerdem erzählt Anderszewski von seinem Verhältnis zu verschiedenen Komponisten. Mozart zum Beispiel vergöttert er, über Chopin äußert er sich teilweise amüsant (aber mit Respekt) und bedauert, dass dessen Name in Polen für alles Mögliche verwendet wird, selbst für einen Flughafen. "Einen Flughafen!"

Piotr Anderszewski

"Wanderer ohne Ruhe" wurde beim Internationalen Festival für audiovisuelle Programme (FIPA) in Biarritz mit Gold in der Kategorie "Performing Arts" ausgezeichnet. In dem Film hält Regisseur Bruno Monsaingeon wie so oft eine interessante Balance zwischen Musikdokumentation, Musikerporträt und Unterhaltung. Ein Porträt des Filmemachers hat das Nachrichtenmagazin musik heute hier veröffentlicht.

(wa)

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