"Don Carlo" von den Salzburger Festspielen

13. August 2013 - 09:03 Uhr

Freitag, 16. August 2013 / 20:15 – 00:00 Uhr
ARTE

Oper (Österreich 2013) "Don Carlo" ist Giuseppe Verdis ambitionierteste und umfangreichste Oper überhaupt – ein dramatisch-düsteres Meisterwerk. Für die Salzburger Festspiele 2013 haben Regisseur Peter Stein und Dirigent Antonio Pappano die fünfaktige Pariser Urfassung der Oper erarbeitet – allerdings in italienischer Sprache und ohne das Ballett. Hingegen werden auch jene Passagen zu hören sein, die noch vor der Uraufführung 1867 kurzfristig gestrichen wurden, etwa das die Oper eröffnende Vorspiel mit dem Chor der Holzfäller und ihrer Familien.

Salzburger Festspiele

Friedrich Schiller zählte zu Verdis Lieblingsdramatikern. Dessen "Don Karlos" mit seiner komplexen und zugleich spannenden Figurenkonstellation faszinierte ihn auf Anhieb.

Die Neuinszenierung wartet mit einer Starbesetzung auf: Jonas Kaufmann in der Titelrolle, Matti Salminen als Filippo II., Anja Harteros als Elisabetta und Thomas Hampson als Rodrigo. Am Pult der Wiener Philharmoniker gibt Antonio Pappano sein Debüt als Operndirigent in Salzburg.

Um 1560: Es herrscht Krieg zwischen Spanien und Frankreich. Teil des Friedensvertrags soll – wie zu der Zeit üblich – die Heirat der Königskinder Carlo und Elisabetta sein. Und tatsächlich: Die beiden verlieben sich ineinander. Doch dann ändert sich der Plan. Elisabetta soll nun Carlos Vater, König Filippo II. heiraten. Die Geliebte wird zur Stiefmutter, die Gefühle von Carlo und Elisabetta geraten durcheinander.

Diese Situation allein böte schon Stoff genug für einen spannenden Opernabend, aber "Don Carlo" ist auch ein politisches Drama: Der autokratische Herrscher Filippo, der Großinquisitor als Vertreter des Klerus und Rodrigo als Anwalt der Aufklärung stehen einander gegenüber. Rodrigo vertritt politisch zwar eine völlig andere Position als Filippo, doch der König schätzt ihn intellektuell und menschlich sehr. Dem Druck der Kirche hält aber auch er nicht stand.

Dass aus dieser vielschichtigen Konstellation eine emotional fesselnde Oper wurde, ist Verdis musikalischem Genie zu verdanken. Ihm gelang es, die eher abstrakte politische Debatte durch seine Musik mit menschlichen Schicksalen zu verbinden und so emotional erfahrbar zu machen.

(pt/wa)

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