75 Jahre Lucerne Festival

23. August 2013 - 08:04 Uhr

Sonntag, 25. August 2013 / 15:55 – 19:45 Uhr
ARTE

Am 25. August 1938 dirigierte Arturo Toscanini vor der Villa Wagner in Tribschen bei Luzern ein speziell für ihn zusammengestelltes Orchester. Das war die Geburtsstunde eines der prominentesten Musik-Festivals weltweit. Am 25. August 2013 feiert das Lucerne Festival sein 75. Jubiläum mit Konzerten rund um das Kultur- und Kongresszentrum (KKL) am Ufer des Vierwaldstättersees. ARTE berichtet live.

Brass Ensemble

Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Konzert des Brass Ensembles des Lucerne Festival Orchestras und aus dem Salsa-Konzert mit Martin Grubinger & The Percussive Planet Ensemble. Zudem ist eine Dokumentation zu sehen, die die Geschichte des Festivals und die politische Geschichte Europas erzählt, denn beide sind eng miteinander verknüpft. Mozart und Rossini stehen auf dem Spielplan des Konzertes, mit dem der Festtag bei ARTE und in Luzern ausklingt.

75 Jahre Lucerne Festival (1) (15:55 – 17:00 Uhr)

ARTE zeigt Ausschnitte aus "Rhapsody in Blue" von Broadway-Komponist George Gershwin. Das Werk gilt als Wegbereiter der Neuen Musik im 20. Jahrhundert. Es verbindet Jazz- und Blues-Elemente mit einer Orchesterbesetzung und changiert in seiner Form zwischen einer extremen Offenheit und der geschlossenen Form, die durch das mittlerweile berühmte Hauptthema zusammengehalten wird.

Das Brass Ensemble des Lucerne Festival Orchestra hat sich auf solche besonderen Partituren spezialisiert. Die mittlerweile etablierte Besetzung präsentiert immer wieder, sensibel aufeinander abgestimmt, besondere Kompositionen. Trompeter Reinhold Friedrich leitet als "Spiritus Rector" das Ensemble. Bei diesem Konzert übernimmt er den berühmten Solopart der "Rhapsody". Dirigent ist Lutz Köhler.

Das Lucerne Festival Orchestra wurde 2003 von Stardirigent Claudio Abbado ins Leben gerufen. Seit seiner Gründung formieren sich immer wieder kleine Ensembles. Sie studieren Werke für spezielle Instrumente ein oder präsentieren Stücke, die für eine große Besetzung nicht unbedingt ungeeignet sind.

75 Jahre Lucerne Festival (2) Weltklasse am Wasser (17:00 – 17:55 Uhr)

Die Filmemacher Béla Batthyany und Bernie Forster lassen die großen Momente des Festivals mit Arturo Toscanini, Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan in raren Zeitdokumenten aufleben. Neben der Musik stehen die Menschen, die sie heute zum Klingen bringen, im Mittelpunkt des Films – sei es mit einem Instrument, dem Taktstock oder innovativem Management: die Dirigenten Claudio Abbado, Pierre Boulez und Sir Simon Rattle, Intendant Michael Haefliger wie auch Geigerin Anne-Sophie Mutter.

75 Jahre Lucerne Festival (3) Siegfried-Idyll in Tribschen (17:55 – 18:15 Uhr)

Eines der Werke, die beim ersten Lucerne Festival zur Aufführung kamen, wurde hier auch komponiert, und zwar von Richard Wagner für seine Frau Cosima. Das Lucerne Festival Orchestra bringt das Tribschen-Idyll oder Siegfried-Idyll an seinem historischen Ort zur Wiederaufführung.

Kammermusik

An ihrem 33. Geburtstag, Weihnachten 1870, überraschte Richard Wagner seine Cosima mit einer Liebeserklärung, die nicht alltäglich war. Im Treppenhaus ihrer Villa auf der Landzunge Tribschen am Vierwaldstättersee versammelten sich 13 Musiker, um zum ersten Mal das Tribschen-Idyll oder Siegfried-Idyll aufzuführen.

Das Paar lernte sich 1857 kennen. Cosima hatte gerade Hans von Bülow geheiratet, und auf ihrer Hochzeitsreise legte das frischgetraute Paar einen Halt bei Wagner in Zürich ein. Die Wagners und Hans von Bülow sahen sich oft, so konnte zwischen Cosima von Bülow und Richard Wagner mehr entstehen. 1863 gestanden sie sich ihre Liebe ein. Zwei Jahre später wurde Isolde, das erste gemeinsame Kind von Cosima von Bülow und Richard Wagner geboren.

1867 trennte sich Cosima von ihrem Mann und zog mit Richard Wagner nach Tribschen. Für Wagner wurde es das familiäre Idyll, und viele seiner großen Werke entstanden hier. 1871 stellte er den dritten Teil des "Ring des Nibelungen" fertig, den "Siegfried". Aus dieser Oper entlehnte er Motive und Elemente, die in adaptierter Form Verwendung im Tribschen-Idyll finden.

Aus platztechnischen Gründen wurde die erste Partitur für eine Kammerbesetzung geschrieben. Wagner erweiterte erst einige Jahre später das Werk. Geldnot zwang die Familie Wagner zum Verkauf des Stücks. In diesem Zuge erhielt das Werk auch seinen heutigen Namen: Siegfried-Idyll.

75 Jahre Lucerne Festival (4) Abschlusskonzert Live (18:15 – 19:45 Uhr)

Das Lucerne Festival Orchestra präsentiert das Divertimento F-Dur KV 138 von Mozart. Kurz vor einer Italienreise schrieb Mozart das Stück im Alter von 16 Jahren in drei Sätzen ohne Menuett. Adressiert an seine Förderer in Mailand, weist das Stück italienische Charakterzüge auf. Es folgt das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C-Dur KV 299. Das Auftragswerk für den Flötisten Duc de Guînes und seine Tochter entstand 1778, als Mozart sich in Paris aufhielt. Die Solisten in Luzern sind Jacques Zoon und Letizia Belmondo.

Den Abschluss des diesjährigen Konzerts bildet die Ouvertüre zu Rossinis "Die Italienerin in Algier". Rossini schrieb den Zweiakter in nur vier Wochen. Die Uraufführung fand 1813 in Venedig statt und brachte Rossini den Durchbruch als Opernkomponist.

(pt/wa)

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