Wagner versus Verdi: 5. Der Gesang

28. August 2013 - 08:30 Uhr

Sonntag, 01. September 2013 / 12:30 – 13:00 Uhr
ARTE

Dokumentationsreihe (Deutschland 2013, Erstausstrahlung) Was macht eine Sängerin zur Primadonna? Muss ein Wagner-Sänger einfach nur laut und pathetisch sein, während ein Verdi-Interpret im Belcanto dahinschmachtet? Der Film geht der Frage nach, was eine Stimme schön und erfolgreich macht – und passend für den jeweiligen Komponisten. Thomas Macho spricht mit prominenten Fachleuten – darunter Christian Thielemann, Rolando Villazón, Dame Gwyneth Jones – und zeigt zahlreiche Opernausschnitte.

Gwyneth Jones

Die Dokumentation schaut beim renommierten Wagner-Stimmen-Wettbewerb, nach welchen Kriterien die prominent besetzte Jury die Kandidaten bewertet – und lässt sich von dem legendären italienischen Gesangslehrer Elio Battaglia erklären, warum Sänger manchmal lieber sprechen sollten, anstatt zu singen.

Interessant ist auch so mancher Blick in die Geschichte: eine historische Wachswalzen-Aufnahme zeigt zum Beispiel, dass Verdis Original-Otello Francesco Tamagno ganz anders klang, als man sich die Rolle heute üblicherweise vorstellt: nicht groß und baritonal gefärbt, sondern mit einer durchdringenden und fast trompetenartigen Stimmgebung. Es wird deutlich, dass die Unterscheidung von Wagner- beziehungsweise Verdi-Stimme eine ziemlich neumodische Erscheinung ist – zu Lebzeiten der Komponisten gab es eine solche Spezialisierung noch nicht. Und Dame Gwyneth Jones findet noch heute, dass eine Sängerin, die in der Nilszene der Aida auf dem hohen C schweben kann, auch keine Angst vor den gefürchteten Wagnerschen Walküren-"Hojotohos" zu haben braucht.

(pt/wa)

Mehr zu diesen Schlagwörtern: , , , ,
Print Friendly
Andere Beiträge