Cristoforis Erben – Vom Clavizymbel zum "Schwachstarktastenkasten"

22. Juli 2011 - 19:11 Uhr

Dienstag, 26. Juli 2011 / 22:00 – 22:30 Uhr
Deutschlandradio Kultur

Um 1698 begann der großherzogliche Instrumentenmacher Bartolomeo Cristofori (1655 – 1731) am Hofe Ferdinando de Medicis, eine vollkommen neuartige Anschlagmechanik für seine Saitenklaviere zu konstruieren. "Ein Cembalo, das laut und leise spielen kann" ("arpicembalo che fà il piano e il forte") wurde seine Erfindung damals genannt. Wohl kaum wird ihm bewusst gewesen sein, als wie bahnbrechend sie einmal in die Geschichte eingehen würde.

Bartolomeo Cristofori

Schon kurze Zeit nach Cristoforis Tod erlebte seine Konstruktion eine erste europaweite Blüte in den Ateliers zahlreicher Berufskollegen. Und die Idee des Meisters, den stärkeren oder schwächeren Anschlag eines Spielers zum Ausgangspunkt für ein veränderliches Klangvolumen zu machen, war aus dem Schaffen der Klaviervirtuosen zur Zeit der Wiener Klassik längst nicht mehr wegzudenken. Trotzdem befanden sich in vielen Musikerhaushalten zu dieser Zeit nach wie vor traditionelle Cembali. Und selbst Ludwig van Beethovens erste Eindeutschung des italienischen Wortes "Piano-Forte" als "Schwachstarktastenkasten" zeugte noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts von einem gewissen Fremdeln mit dem Phänomen des dynamischen Anschlags.

Cristoforis Erben – Vom Clavizymbel zum "Schwachstarktastenkasten", eine Sendung von Wolfgang Kostujak.

(wa)

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