Wagner versus Verdi: 6. … und wie ihre Musik wirkt

05. September 2013 - 08:33 Uhr

Sonntag, 08. September 2013 / 12:30 – 12:55 Uhr
ARTE

Dokumentationsreihe (Deutschland 2013, Erstausstrahlung) Wie Musik wirkt, anregt oder beruhigt, untersucht Christian Kugler im letzten Teil der Reihe "Wagner vs. Verdi" mit wissenschaftlicher Akribie und der Hilfe prominenter Fachleute. Für Friedrich Nietzsche war Richard Wagners Musik eine "Nervenkrankheit". Von dem "Wohlfühlkomponisten" Giuseppe Verdi würde niemand Ähnliches behaupten.

Dass uns kaum etwas so bewegt wie Musik, dass sie direkt auf die Psyche wirkt und Freude, Rührung, Lust und Aggression ebenso auslösen kann wie metaphysische Verzückung, ist bekannt. In seiner Schrift "Der Fall Wagner" urteilte Nietzsche 1888 hart über den von ihm früher hochverehrten Komponisten: "Wagners Kunst ist krank. Die Probleme, die er auf die Bühne bringt – lauter Hysteriker-Probleme. Alles zusammen stellt ein Krankheitsbild dar, das keinen Zweifel lässt. Wagner est une névrose."

Warum wirkt Wagner auf viele Hörer deprimierend oder manipulativ? Und ist es dann nicht logisch, wenn sein "Tristan" den Soundtrack zu Lars von Triers Weltuntergangsdrama "Melancholia" liefert und sein "Walkürenritt" den legendären Hubschrauberangriff in "Apocalypse Now" untermalt? Verdis Musik dagegen darf zur Lifestyle-Werbung trällern oder zum Happy End von "Pretty Woman" aufspielen. Die Wirkung der Musik lässt Christian Kugler wissenschaftlich messen, u.a. mit Hilfe eines Elektroenzephalogramms, das deutlich zeigt, welche Art von Musik vermehrt Alpha-Wellen in den Gehirnen der Probanden auslöst – und damit Wohlbefinden.

(pt/wa)

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