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Christian Zacharias spielt Beethovens Klavierkonzerte Nr. 4 und 1

13. September 2013 - 08:03 Uhr

Sonntag, 15. September 2013 / 18:30 – 19:15 Uhr & 00:05 – 00:50 Uhr
ARTE

Konzerte (Schweiz/Frankreich 2012, Erstausstrahlung) Über 25 Jahre, zwischen 1784 und 1809, hat Ludwig van Beethoven sich Klavierkonzerten gewidmet, angefangen mit einer Komposition in Es-Dur, von der nur der Solistenpart erhalten geblieben ist, bis zu seinem Klavierkonzert Nr. 5 op. 73, das ebenfalls in Es-Dur steht. Von 1795 bis 1798 arbeitete er parallel an den Klavierkonzerten Nr. 1 in C-Dur und Nr. 2 in B-Dur, in welchen Mozarts Einfluss deutlich zu erkennen ist.

Der preisgekrönte Pianist Christian Zacharias und das Kammerorchester Lausanne inszenieren den musikalischen Dialog neu, den Beethoven einst zwischen Soloklavier und Orchester erschuf. ARTE zeigt Mitschnitte aller fünf Klavierkonzerte vom Oktober 2012.

C. Zacharias spielt Beethovens 4. Klavierkonzert (18:30 – 19:15 Uhr)

Christian Zacharias

Sein Klavierkonzert Nr. 4 op. 58 in G-Dur schuf Beethoven zwischen 1805 und 1806 und beschritt damit eindeutig neue Wege. Die Orchestrierung des Werks erinnert stark an Mozart, Pauken und Trompeten tauchen erst im Finale auf. Schon das Soloklavier zum Auftakt war ein musikalisches Novum.

Das Soloklavier eröffnet das Thema, zunächst antworten nur die Streicher, leise, in Pianissimo-Lautstärke. Was sich dabei herausbildet, ist eine Verschmelzung zwischen Klavierkonzert und Symphonie. Schon das sehr emotionale Largo seines Klavierkonzerts Nr. 3 etablierte diese neue Qualität, die Beethoven im Klavierkonzert Nr. 4 in einem langsamen Satz fortsetzte: Es entsteht ein dramatischer Dialog zwischen Streichern und Orchester einerseits und dem zarten und lyrischen Klavierpart in Manier von Rezitativ und Cantabile andererseits. Zunächst unerbittlich, widersteht das Orchester der Sanftheit des Soloklaviers jedoch nicht bis zum Schluss und versöhnt sich mit ihm in den letzten Takten.

C. Zacharias spielt Beethovens 1. Klavierkonzert (00:05 – 00:50 Uhr)

Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 entstand zwischen 1795 und 1798. Der Kopfsatz des reminiszenzreichen Werks beginnt, wie für den Komponisten typisch, mit einem einfachen Thema: ein dreifacher C-Dur-Akkord des Orchesters, gefolgt von einer Tonleiter. Das stark ausgestaltete Largo erinnert an einige der früheren Klaviersonaten des Komponisten. Neben einer reich verzierten Melodie spielen in diesem Satz Variation der Themen aus dem vorangegangenen Satz eine wichtige Rolle. Das Schlussrondo baut auf einer Polka auf, mit der unverkennbaren Betonung der ersten Zählzeit im Takt.

Hintergrund:

Kammerorchester Lausann

Gespielt werden diese Meisterwerke von Christian Zacharias, dessen Schicksal seit über zwölf Jahren eng an das des Kammerorchesters Lausanne geknüpft ist, dessen Leitung er seit 2000 innehat. Das Renommee des 1942 von Victor Desarzens gegründeten Kammerorchesters strahlt weit über seine Heimatstadt hinaus. Auch nach Auslaufen des Vertrags im Herbst 2013 geht die Zusammenarbeit mit dem Kammerorchester Lausanne weiter, das den Deutschen als Gastdirigent erneut am Pult empfängt.

Die Klavierkonzerte Nr. 5, 2 und 3 mit Christian Zacharias und dem Kammerorchester Lausanne zeigt ARTE am kommenden Sonntag.

(wa)

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