Giuseppe Verdi: Otello

18. September 2013 - 08:34 Uhr

Samstag, 21. September 2013 / 20:15 – 22:35 Uhr
3sat

Oper (Österreich 2008) Mit keinem anderen Dichter hat sich Giuseppe Verdi (1813 – 1901) so intensiv auseinandergesetzt wie mit William Shakespeare. An dem englischen Dramatiker faszinierte ihn das differenzierte Ausloten der menschlichen Seele. Die Uraufführung von seiner Oper "Otello" am 5. Februar 1887 in der Mailänder Scala war ein unbeschreiblicher Triumph. Den unaufhaltsamen Sog ins Verderben vollzieht Verdis Musik bis ins Kleinste nach. Gerade sie offenbart die Abgründe egoistischen Denkens, die Abhängigkeit des Individuums von Anerkennung und seine Angst vor Einsamkeit und Tod.

Marina Poplavskaya

Verdis "Otello" ist sowohl expressive Oper, als auch intimes Drama. In seinem Kern macht das Bühnenwerk zwei zerstörerische Emotionen sichtbar: Eifersucht und Neid. In diese Fallstricke der menschlichen Seele verfangen sich drei Außenseiter der venezianischen Gesellschaft: Otello, der als Fremder eine exponierte Stellung zu verteidigen hat, Desdemona, die sich eigenwillig gegen tradierte gesellschaftliche Regeln wendet, und Jago, dem jedes Mittel recht ist, um zum begehrten Ansehen zu kommen. In dieser Welt voller Selbstzweifel, Begierden und Verletzbarkeit sind sich die drei Protagonisten bis zum tödlichen Ende ausgeliefert.

Die Inszenierung des "Otello" bei den Salzburger Festspielen 2008 wurde von Stephen Langridge realisiert. Seit den 1990er Jahren hat sich der britische Regisseur mit zahlreichen außergewöhnlichen Arbeiten an internationalen Bühnen einen Namen gemacht. Es spielen die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Riccardo Muti.

Die Rollen und ihre Darsteller: Otello (Aleksandrs Antonenko), Desdemona (Marina Poplavskaya), Jago (Carlos Álvarez), Emilia (Barbara Di Castri), Cassio (Stephen Costello), Rodrigo (Antonello Ceron), Lodovico (Mikhail Petrenko), Montano (Simone Del Savio), Chor (Salzburger Festspiele, Kinderchor, Konzertvereinigung, Wiener Staatsopernchor).

(pt/wa)

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