Erich Zeisl – Ein unvollendetes Leben

08. November 2013 - 08:02 Uhr

Sonntag, 10. November 2013 / 09:30 – 10:30 Uhr
SWR-Fernsehen

Dokumentation (Österreich/USA 2012) Erich Zeisl (1905-1959) war ein österreichischer Komponist jüdischer Abstammung, der 1938 nach Paris und später nach Amerika emigrierte. Er ließ sich in Los Angeles nieder, wo er sich mit der Komposition von Filmmusiken und als Musikpädagoge über Wasser hielt. Seine von der Romantik beeinflussten, moderat-modernen Werke, darunter Kammermusik und zahlreiche Lieder, gerieten in Vergessenheit und finden erst heute wieder Beachtung.

Erich Zeisl

Erich Zeisl

Der Dokumentarfilm von Herbert Krill bringt viele Beispiele von Zeisls Musik und schildert Zeisls Leben in Österreich und Amerika. Nicht zuletzt beschäftigt er sich mit Zeisls Persönlichkeit, seiner Liebe zur alten Heimat und seiner Nicht-Anpassung ans amerikanische Exil.

Mit großer Unterstützung von Zeisls Tochter Barbara Zeisl-Schoenberg und detektivischer Akribie hat der Regisseur Archivstücke gesammelt sowie an Originalschauplätzen in Europa und den USA gedreht. Zu erleben sind Ausschnitte aus Liederabenden, etwa in der Villa Aurora, Los Angeles, Opern-Inszinierungen wie "Hiob" nach Josef Roth und Orchesteraufführungen, zum Beispiel "Requiem Ebraico" mit den Wiener Philharmonikern und dem Chor des Wiener Musikvereins.

Ehemalige Weggefährten wie der Violinist Israel Baker und frühere Studenten Zeisls kommen zu Wort, Biografin Karin Wagner führt durch den umfangreichen Fundus an Korrespondenz. Durch den großen Anteil der Familie Zeisl-Schoenberg kommt der Film seinem Protagonisten sehr nahe. So erzählt die Dokumentation nicht nur ein vergangenes Schicksal, sondern avanciert zum Portrait einer quicklebendigen und sympathischen Familie, die mit Begeisterung die Kunst Erich Zeisls in der Gegenwart aufleben lässt.

(pt/wa)

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