"junge ohren preis" an sechs Musikproduktionen verliehen

23. November 2013 - 00:38 Uhr

Leipzig/Berlin (mh) – Mit dem "junge ohren preis" 2013 sind sechs Musikproduktionen für junges Publikum ausgezeichnet worden. In einer der vier Kategorien wurde der Preis unter zwei Gewinnern aufgeteilt. Zudem vergab erstmals eine Kinderjury einen Sonderpreis. Das teilte das Netzwerk "junge ohren" am Freitagabend mit.

Nachricht

Nachricht

Den Preis in der Kategorie "Best Practice, Konzert" erhielt das Düsseldorfer Theater Kontra-Punkt für seine Produktion "Du bist da, du bist fort". Das zeitgenössische Musiktheaterstück behandelt ernste Themen wie Tod, Trauer und Eifersucht. In der Kategorie "Best Practice, partizipatives Projekt" wurde "Die Zauberflöte" ausgezeichnet, ein Kooperationsprojekt zwischen der Porta Nigra Schule für Schüler mit ganzheitlichem Förderbedarf und dem Theater Trier.

Zwei Gewinner gab es in der Kategorie "LabOhr ". Die Jury prämierte zu gleichen Teilen die Projekte "Die Hörer" von der Theaterwerkstatt Pilkentafel (Flensburg) und "Mullbau" vom gleichnamigen Künstlerkollektiv (Luzern). In "Die Hörer" fallen Klangforscher in den Schulalltag ein und stellen den Klassenraum mit einem überraschenden Lauschangriff auf den Kopf. Der "Mullbau" ist ein soziokultureller Raum für Improvisation, der für seine Kinderkonzertreihe ausgezeichnet wurde.

Überdurchschnittlich viele Bewerbungen habe es dieses Jahr in der Kategorie "Musik & Medien" gegeben, hieß es. Daraus kürte die Fachjury das Projekt "Spurensuche 2.0" des Schwäbischen Bildungszentrums Irsee. Realisiert im Rahmen des Festivals Tonspuren 2013, verknüpft es die Technikfaszination Jugendlicher mit der kreativen Erkundung selbstkomponierter Klänge und Geräuschcollagen.

Der undotierte Sonderpreis der Kinderjury ging an "Wie klingt Geschichte? Auf Spurensuche in München" vom Bayerischen Rundfunk, der Stiftung Zuhören und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung. In diesem Projekt hatten Schüler gemeinsam mit Musikern des BR-Symphonieorchesters und Mediencoaches "Hörbilder" zu Themen der NS-Geschichte entwickelt.

Durch die Preisverleihung, die am Donnerstag im Gewandhaus Leipzig stattfand, führte der KiKa-Moderator Juri Tetzlaff. Für die musikalische Umrahmung sorgten der GewandhausKinderchor und das Leipziger Jazz-Ensemble LU:V. Ihre gemeinsame Neuvertonung eines DEFA-Puppentrickfilms war das Ergebnis eines Workshops des "junge ohren preis".

Der seit 2006 ausgeschriebene Wettbewerb prämiert jährlich Konzertformate für junges Publikum und Projekte zur Musikvermittlung, die mit Beteiligung von Kindern und Jugendlichen entstehen. Abgesehen von dem Sonderpreis der Kinderjury sind alle Kategorien mit jeweils 5.000 Euro dotiert. In diesem Jahr hatten sich 103 Produktionen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg beworben. Daraus hatte die Fachjury elf Projekte nominiert.

(wa)

Mehr zum Thema:

Weitere Artikel zum Netzwerk "junge ohren"

Wie klingt die NS-Geschichte? – Zum Schüler-Musikprojekt (02.04.2013, Von Sandra Gillner und Korbinian Hohenadl, Gymnasium Geretsried)
Wie klingt Geschichte? – Schüler stellen Musikprojekt vor (13.03.2013)
Schüler erforschen Geschichte mit Musik (27.09.2012)

Link:

http://www.jungeohren.de

Mehr zu diesen Schlagwörtern: , , , , , , ,
Print Friendly
Andere Beiträge