Jordi Savall: Magnificat & Jubilate Deo in Versailles

02. Januar 2014 - 09:01 Uhr

Sonntag, 05. Januar 2014 / 18:10 – 19:15 Uhr
ARTE

Konzert (Frankreich 2013, Erstausstrahlung) Im Juni 2013 führte Jordi Savall mit dem Orchester "Le Concert des Nations" europäische geistliche Musik auf. Der Katalane, der auf historische Aufführungspraxis spezialisiert ist, dirigierte zwei Fassungen des "Magnificat" von Bach und Vivaldi sowie Werke von Händel. Die prächtige Schlosskapelle von Versailles bildete den glanzvollen Rahmen des Konzerts.

Jordi Savall

Jordi Savall

Kurz nach dem Erscheinen seiner großartigen Einspielung von Bachs "Messe in h-Moll" würdigt Jordi Savall den 300. Jahrestag des Friedens von Utrecht (1713), der dem Spanischen Erbfolgekrieg, in den Frankreich und halb Europa zwölf Jahre lang verwickelt waren, ein Ende setzte. Der Dirigent entschied sich für vier beispielhafte Kompositionen der europäischen geistlichen Musik, in denen die Größe Gottes, die königliche Macht und die Kraft des Friedens gepriesen werden.

Die hier aufgeführte erste Version von Vivaldis "Magnificat" entstand zwischen 1713 und 1717. Der Italiener sollte später zwei weitere Vertonungen komponieren, die sich von der geistlichen Kantate entfernen. Für diese Fassung griff er auf die ihn charakterisierenden Stilelemente zurück: sehr lange Themen und Fugen.

Die "Suite Nr. 3" für Orchester ist eine von Bachs bekanntesten Instrumentalkompositionen. Sein "Magnificat" wiederum gilt als Meisterwerk der Perfektion und nimmt einen besonderen Platz im Schaffen des Leipziger Kantors ein. Wie in keiner anderen Komposition setzte er auf Kontrapunkte und mathematische Figuren, um eine wunderbar eloquente Musik zu schaffen, die übrigens große Herausforderung an den Chor stellt. Vielleicht ist diese Lobpreisung der Jungfrau Maria und des noch ungeborenen Jesuskindes sogar sein Meisterwerk der Chormusik. Händel, der erst kurz zuvor aus Italien zurückgekehrt war, komponierte sein "Jubilate Deo" zu Ehren des Friedens von Utrecht 1713 und mischte dabei Einflüsse von Henry Purcell mit seinen eigenen musikalischen Überzeugungen. Das prächtige Werk feiert gleichermaßen den Ruhm des Englischen Königshofes wie den Frieden selbst.

Mit Hanna Bayodi-Hirt und Johannette Zomer (Sopran), Damien Guillon (Countertenor), David Munderloh (Tenor), Stephan Macleod (Bariton). Chor: La Capella Reial de Catalunya.

(pt/wa)

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