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Verschollene Bach-Quellen in Weimar wiederentdeckt

02. Mai 2014 - 12:30 Uhr

Weimar/Berlin (mh) – Im Thüringischen Landesmusikarchiv Weimar ist eine seit 50 Jahren verschollene Bach-Quelle aus dem Jahr 1772 wiederentdeckt worden. Das Herthum’sche Choralbuch enthalte die älteste Quelle (in Form einer Abschrift) zu Johann Sebastian Bachs vierstimmigem Orgelstück "Auf meinen lieben Gott", teilte die Hochschule für Musik "Franz Liszt" am Freitag mit.

Bach-Orgelstück

Bach-Orgelstück

Das Herthum’sche Choralbuch enthält Werke für Tasteninstrumente des 18. Jahrhunderts für den kantoralen Gebrauch, darunter Stücke Georg Philipp Telemanns. "Zuletzt war das Choralbuch 1964 bei einer Ausstellung im Rahmen des damaligen Bachfests in Weimar gezeigt worden und galt seitdem als verschollen", sagte Archivleiter Christoph Meixner.

Weiterhin tauchte bei Katalogisierungsarbeiten eine vollständige Partiturabschrift von Bachs Weihnachtsoratorium auf. Dabei handele es sich möglicherweise um eine bislang nur in alten Verkaufskatalogen erwähnte Handschrift, die aus dem Nachlass des bekannten Bach-Forschers Franz Hauser (1794-1870) stammen könnte. Beide Funde werden am (heutigen) Freitag in der Ausstellung "Weimarer Bach-Quellen" im Senatssaal im Fürstenhaus der Weimarer Musikhochschule erstmals öffentlich präsentiert.

In der Ausstellung im Rahmen des Symposions "Zwischen den Zeiten: Die Weimarer Bachsöhne – Aufbruch in die Moderne" sind ausgewählte Weimarer Bach-Quellen im Original zu sehen, darunter das Taufbuch der Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche) mit dem Eintrag für Carl Philipp Emanuel Bach (1714), die Dokumentation zu Bachs Inhaftierung und Entlassung (1717) sowie die Rehabilitationsurkunde von Prinz Michael von Sachsen-Weimar-Eisenach aus dem Jahr 2008. Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv und der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Weimar statt und ist ausschließlich am 02. Mai 2014 von 10:30 bis 19:00 Uhr zu sehen.

(wa)

Link:

http://www.hfm-weimar.de

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