Richard Strauss: Das umstrittene Musikgenie

10. Juni 2014 - 09:02 Uhr

Mittwoch, 11. Juni 2014 / 21:55 – 22:50 Uhr
ARTE

Dokumentation (Deutschland 2014, Erstausstrahlung) Er wurde als Avantgardist gefeiert und als Reaktionär verteufelt. Seinem Erfolg hat das nicht geschadet: Richard Strauss ist einer der bedeutendsten Komponisten des späten 19. und des 20. Jahrhunderts. Zu seinem 150. Geburtstag beleuchten Persönlichkeiten aus Musik und Theater sowie Strauss-Kenner ausführlich den fulminanten Werdegang des Musikgenies und Ausnahmekomponisten.

Arbeitszimmer von Richard Strauss

Arbeitszimmer von Richard Strauss

Geboren am 11. Juni 1864 in München, gilt Strauss Kritikern wie Bewunderern als ein Alleskönner, der am Dirigentenpult ebenso reüssierte wie als Komponist. 1905 etablierte er sich als Opernkomponist mit einem Paukenschlag an der Dresdner Hofoper: Seine erotisch aufgeladene und reichlich mit Dissonanzen ausgestattete "Salome" galt Zeitgenossen als Skandalstück, das jedoch ins Zentrum des Avantgardegeschmacks traf.

Fünf Jahre später feierte Strauss, wiederum in Dresden, einen weiteren spektakulären Erfolg. Seine Oper "Der Rosenkavalier" wurde über Nacht zu einem Publikumsmagnet. Zusammen mit dem Librettisten Hugo von Hofmannsthal gelang Richard Strauss ein Stilmix voller mozartischer Anspielungen. Seitdem erweist sich der "Rosenkavalier" als unverwüstliches Repertoirestück.

Immer wieder wurde die Elbmetropole zum Ort seiner Triumphe. Neun seiner 15 Opern, beginnend mit "Feuersnot" im Jahr 1901, wurden an der Hofoper uraufgeführt. Das eingeschworene Team, das diese Erfolge möglich machte, bestand aus dem Komponisten Strauss, dem Generalmusikdirektor der Dresdner Hofoper Ernst von Schuch, dem später Fritz Busch und Karl Böhm folgten, und der Sächsischen Staatskapelle.

Im Jahr 1945 hält der Komponist, der sich allzu eng mit den Nationalsozialisten eingelassen hatte, zeitweise als Präsident der Reichsmusikkammer fungierte, ihnen Hymnen schrieb, mit seinen letzten Kompositionen, der Trauerklage "Metamorphosen" und den "Vier letzten Liedern", eine beklemmende Rückschau. Der Film von Reinhold Jaretzky rekonstruiert die Karriere des Künstlers.

(pt/wa)

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