Lucerne Festival 2014: Simon Rattle dirigiert Rachmaninow und Strawinskys Feuervogel

19. September 2014 - 13:46 Uhr

Sonntag, 21. September 2014 / 18:30 – 19:15 + 00:25 – 01:15 Uhr
ARTE

Die Berliner Philharmoniker unter Leitung ihres Chefdirigenten Sir Simon Rattle präsentierten beim Lucerne Festival im Sommer 2014 ein russisches Programm. ARTE zeigt das Konzert in zwei Teilen: am Abend Sergej Rachmaninows "Symphonische Tänze" op. 45 und im Nachtprogramm Igor Strawinskys "Der Feuervogel".

Simon Rattle dirigiert Rachmaninow (18:30 – 19:15 Uhr)

Simon Rattle

Simon Rattle

Konzert (Schweiz 2014, Erstausstrahlung) Die "Symphonischen Tänze" entführen ins Zauberreich der Fantasie. Sie sind Rachmaninows letztes Orchesterwerk und angelegt als eine Art Rückschau auf das Leben des damals bereits seit vielen Jahren im Exil lebenden Komponisten. Sie können aber auch als eine musikalische Bilanz seines Schaffens angesehen werden. Zahlreich sind die Zitate aus eigenen Werken oder solchen, die er in seiner Jugend in Russland oder später hörte.

Das Werk ist in drei Sätze gegliedert. Die Satztitel – Mittag, Abenddämmerung und Nacht – sind von Rachmaninows Lebensumständen inspiriert und von dem sich verdüsternden Horizont jener Zeit, als er daran arbeitete. Die "Symphonischen Tänze" entstanden 1940 in Huntington auf der Insel Long Island im Staate New York, im Jahr nach Beginn des Zweiten Weltkriegs. Uraufgeführt wurden sie im Januar 1941 vom Philadelphia Orchestra unter Eugene Ormandy.

Sir Simon Rattle dirigiert Strawinskys Feuervogel (00:25 – 01:15 Uhr)

Konzert (Schweiz 2014, Erstausstrahlung) "Märchen helfen uns bei der Erkenntnis des Lebens von innen her", so hat es der Psychoanalytiker Bruno Bettelheim einmal formuliert. Zum Beispiel die Sage vom Feuervogel.

Wie später "Petruschka" und "Le Sacre du Printemps" war bereits auch "Der Feuervogel" eine Auftragsarbeit für Sergej Diaghilew, den Choreographen und Leiter der berühmten Pariser Ballets Russes. Das Libretto des "Feuervogels" verknüpft zwei russische Volksmärchen miteinander: das vom guten Feuervogel und das vom finsteren Zauberer Kastschej. Igor Strawinsky hat beide 1909/10 in seiner farbprächtig schillernden Ballettmusik aufgegriffen und lässt darin die Liebe über das Böse triumphieren. Am Ende wird dem grausamen Zauberer Kastschej mitsamt seinen Dämonen alle Macht genommen. Die Uraufführung am 25. Juni 1910 in der Pariser Oper machte den damals noch unbekannten jungen Komponisten zum Star.

(pt/wa)

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