Wenn Klänge heilen

19. September 2011 - 07:33 Uhr

Dienstag, 20. September 2011 / 15:30 – 16:15 Uhr
EinsFestival

Klaus Feßmann, Musikprofessor am Mozarteum in Salzburg, ist auf den Stein gekommen. Statt am Flügel sitzt er jetzt am Klangstein. Eine ganz neue Erfahrung: Musik nicht nur zu hören, sondern auch zu fühlen – mit den Händen, mit dem ganzen Körper.

Wenn Klänge heilen

Seit Feßmann entdeckt hat, wie man der scheinbar toten Materie Klänge entlockt, ist er beseelt von der Idee, dass dieses Klangerlebnis eine Breitenwirkung entfaltet. Denn Klang, Rhythmus, Musik gehören zum Menschen! Unser Körper pulsiert damit. Unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit ist mit Schwingungen zu beeinflussen. Wir begeben uns auf eine Klang-Reise zu Kranken, Kindern und Konzerten. Mit Musikern, Therapeuten und Steinmetzen.

Seit Ende der 90er Jahre gibt der Musikprofessor Klaus Feßmann öffentliche Konzerte mit seinen Klangsteinen und macht ganz erstaunliche Erfahrungen. Menschen kommen auf ihn zu und sagen, ihr Tinnitus, das schreckliche Geklingel im Ohr sei weg. Andere wollen mit ihm zusammen neue Wege gehen. Wie Dr. Runge von der Aerpahklinik in Esslingen. Gemeinsam bauen der Musikwissenschaftler und der Arzt ein Klangsteintherapiezentrum auf – Schlaganfallpatienten und Demenzkranke lernen dort, wie man mit den Händen über geschliffene Steine streicht und Klänge erzeugt. Eine ältere, verwirrte Frau, die nur noch schwer ihre Worte findet, entspannt sich, beruhigt sich beim Spielen und formuliert plötzlich zusammenhängende Sätze. Andere lernen durch die Schwingungen versteifte, schlecht durchblutete Gliedmaßen wieder besser zu bewegen.

Auch Kindern tut der Umgang mit Klängen gut und manchmal not. In einem Essener Stadtteil mit hohem Ausländeranteil betreuen Feßmann und sein Team vom Mozarteum seit einigen Jahren das Projekt "ReSonanz- und AkzepTanz". Sie helfen Kindern, ihren Körper zu spüren, ihren eigenen Rhythmus zu finden. Und siehe da, wer rückwärtsgehen kann, kann auch subtrahieren. Wer sich im Raum zurechtfindet, kann sich auch auf Linien im Heft sicher bewegen. Wer rhythmisch tanzt und singt, gewinnt Zutrauen zu sich.

Ein Film von Susanne Bausch. (Wiederholungen am Mittwoch, 21. September 2011,
um 04:45 Uhr und 09:00 Uhr)

(pt)

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