Die Roma und Sinti Philharmoniker – Ein Dirigent und sein Traum

23. Januar 2015 - 08:30 Uhr

Sonntag, 25. Januar 2015 / 23:35 – 00:30 Uhr
ARTE

Dokumentation (Deutschland 2014) Es gibt viele Symphonieorchester, aber weltweit kein einziges wie dieses: Alle Mitglieder sind Sinti oder Roma, und alle sind Profis – klassisch ausgebildete Musiker, die in Berufsorchestern in Deutschland, Polen, Frankreich, Russland, Ungarn, Tschechien und Rumänien spielen. So oft wie möglich finden sie sich zu gemeinsamen Konzerten zusammen, um als Botschafter ihres Volkes gegen Vorurteile und Klischees, gegen Vertreibung und gegen das Vergessen anzuspielen – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern versöhnlich und vermittelnd.

Roma und Sinti Philharmoniker

Roma und Sinti Philharmoniker

Die Dokumentation von Margarete Kreuzer zeigt das Orchester während der Vorbereitungen zu einem Konzert und verlässt mit einzelnen Musikern immer wieder den musikalischen Kosmos, um einen Einblick ihr privates Leben zu gewinnen. Im Mittelpunkt des Films steht der Dirigent Riccardo Sahiti, Gründer des Orchesters und sein leidenschaftlicher Spiritus Rector. Sein Traum: Er möchte die Roma und Sinti Philharmoniker zu einer festen Institution machen, um nicht länger um ihre Existenz bangen zu müssen. Ob Auswärtiges Amt, Zentralrat deutscher Sinti und Roma oder Europäisches Parlament – überall spricht er vor.

Der Film begleitet den Dirigenten auch auf einer sehr emotionalen Reise in seine Heimat, den Kosovo, wo er Krieg und Vertreibung erlebt hat. Bei den Überresten seines Geburtshauses und am Grab seiner Mutter erzählt Sahiti die Geschichte seiner Familie, die für viele Kosovo-Roma steht. So entsteht das Porträt eines ungewöhnlichen Orchesters, das sich zugleich aus ungewöhnlicher Perspektive einem ernsten Thema nähert. Dank der sympathischen und leidenschaftlichen Protagonisten gelingt dies mit überraschender Leichtigkeit.

(pt/wa)

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