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Geigen gegen das Vergessen – "Violins of Hope" in Berlin

27. Januar 2015 - 08:30 Uhr

Dienstag, 27. Januar 2015 / 22:45 – 23:15 Uhr
RBB-Fernsehen

Dokumentation (Deutschland 2015, Erstausstrahlung) Es sind außergewöhnliche Geigen, die am 27. Januar 2015 in der Berliner Philharmonie erklingen werden. Nicht wegen ihres Wertes oder Klanges, sondern wegen ihrer Geschichte. Denn die Instrumente waren einst im Besitz von europäischen Juden. Menschen, die Opfer des Nazi-Terrors geworden sind.

Elina Gurewitz, Amnon Weinstein

Elina Gurewitz, Amnon Weinstein

Dass die Geigen und damit auch die Geschichten ihrer ehemaligen Eigentümer bis heute nicht vergessen sind, ist Amnon Weinstein zu verdanken. Der Geigenbauer aus Tel Aviv sammelt die Violinen aus dem Holocaust und versucht, die dazugehörigen Geschichten aufzuspüren. "Violins of Hope" hat er das Projekt getauft und schickt die Geigen für Konzerte um die Welt. Die Botschaft: Wir dürfen nie vergessen!

Auf Initiative des langjährigen ersten Konzertmeisters der Berliner Philharmoniker, Guy Braunstein, kommen die Geigen nun erstmals nach Berlin – für ein Konzert anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Die Dokumentation von Katrin Sandmann erzählt die ungewöhnliche Geschichte des israelischen Geigenbauers und seiner einzigartigen Sammlung. Der Film dokumentiert die Reise der Violinen von Tel Aviv nach Berlin und die Begegnungen der Musiker mit den Instrumenten aus dem Holocaust. Welche Bedeutung solche Instrumente und die Musik für die Menschen im Konzentrationslager hatten, daran erinnert sich Anita Lasker-Wallfisch. Die heute 89-jährige war Cellistin im Mädchenorchester von Auschwitz und ist eine der letzten Zeitzeugen überhaupt.

Guy Braunstein

Guy Braunstein

Das Konzert "Violins of Hope" wird von 20:00 bis 23:00 Uhr live im Kulturradio vom RBB übertragen. Zu Beginn spricht Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Unter der Mitwirkung zahlreicher Orchestermitglieder, des ehemaligen Ersten Konzertmeisters Guy Braunstein und des Cellisten Zvi Plesser dirigiert Sir Simon Rattle zunächst Gustav Mahlers Adagietto aus der Symphonie Nr. 5. Anschließend erklingen Joseph Achrons "Hebräische Melodie" in einer Bearbeitung für Harfe und Streicherensemble von Ohad Ben-Ari, Max Bruchs Kol Nidrei in einer Bearbeitung für Harfe, Violoncello und Streicherensemble von Ohad Ben-Ari sowie weitere Werke. Als letztes ist die von Duncan Ward dirigierte Uraufführung von "Violins of Hope" für Violine, Violoncello und Streicherensemble von Ohad Ben-Ari zu hören, ein Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker. Ulrich Matthes liest Texte unter anderem von Elie Wiesel.

(pt/wa)

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