Händel-Haus ersteigert unbekanntes Komponisten-Porträt

04. März 2015 - 13:06 Uhr

Halle/Berlin (mh) – Die Stiftung Händel-Haus hat ein Gemälde erworben, das "mit höchster Wahrscheinlichkeit" den Komponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) zeigt. Ein direkter Vergleich mit als authentisch gesicherten Porträts zeige eine große Ähnlichkeit, hieß es am Mittwoch bei einer Präsentation für die Medien. Das Bild wurde beim Londoner Auktionshaus Sotheby’s für 6.500 britische Pfund (ca. 8.930 Euro) ersteigert.

bisher unbekanntes Händel-Portrait

bisher unbekanntes Händel-Portrait

"Nach ersten werk- und stilkritischen Untersuchungen sowie Vergleichen mit anderen Händel-Gemälden gehen wir davon aus, dass es sich bei dem Portrait um Georg Friedrich Händel handelt", sagte der Direktor der Stiftung Händel-Haus, Clemens Birnbaum. Der mit bloßem Auge nicht sichtbaren Signatur zufolge könnte das Bild aus dem Jahr 1734 stammen. Dafür spreche auch das Aussehen des porträtierten Händel, der damals knapp 50 Jahre alt war. Eine erste Einschätzung durch Kunsthistoriker bestätige eine Datierung ins 18. Jahrhundert.

Das Gemälde ist bis zum 6. April 2015 im Händel-Haus neben einer Büste Händels aus der Werkstatt von John Cheere und einem Portrait von Queen Anne zu sehen. Anschließend soll es weiter durch Kunsthistoriker und Restauratoren untersucht werden. Dabei nutze man auch die Expertise anderer Kunstmuseen. Eine zu verfolgende Spur sei die blasse, nur mit fotografischen Filtern erkennbare Signatur "C. Klein".

Nach bisherigen Erkenntnissen gehe man davon aus, dass Händel dem Maler nicht Porträt gesessen hat, sondern dass das Gemälde nach einem bislang unbekannten Original angefertigt wurde, erklärte Birnbaum: "Hierauf deutet auch ihn, dass der Maler nicht viel Wert auf Details im Hintergrund legte und seinen Schwerpunkt auf das Porträt des Gesichts setzte."

Die Stiftung Händel-Haus besitzt über 95 Darstellungen Georg Friedrich Händels sowie zahlreiche Büsten und Münzen. Unter den Exponaten sind nicht nur Bilder aus Händels Lebzeiten, sondern auch Werke des 19. und 20. Jahrhunderts vertreten, da die Stiftung auch die Rezeptionsgeschichte des Barockkomponisten erforscht.

(wa)

Link:

http://www.haendelhaus.de

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