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Wieland Aschinger

Ich wurde in ein musikalisches Elternhaus geboren. Meine Mutter sang im Konzertchor und mein Vater dirigierte (Schallplatten).

Wieland Aschinger

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Mit nicht einmal fünf Jahren stand ich auf der Bühne der Berliner Staatsoper. Genauer gesagt habe ich meistens auf dem Boden gesessen oder wurde umhergetragen, als "Mariens Knabe" im "Wozzeck". Bei meiner einzigen Arie musste ich gesangs-gedoubelt werden, da meine Stimme noch nicht laut genug war. So musste ich bei meiner Gagenforderung ("Menschlein für meine Modelleisenbahn") Abstriche machen: Es gab ein Spielzeugauto.

Nach dieser kurzen Opernkarriere wechselte ich ins Instrumentalfach und nahm Klavierunterricht. Mit sieben Jahren machte ich Rundfunk-Aufnahmen und äußerte in einem Interview den Berufswunsch "Dirigent und Klavierpianist" (sic!). Mit den Jahren ging meine Spielfreude aber zunehmend zurück. Denn eigene Kompositionen wies mein Lehrer ab: "Spiel' mal besser die richtigen Stücke". Wie sehr mich diese dann noch begeisterten, kann man sich vorstellen. Folglich habe ich am Tag nach der erfolgreichen Abschlussprüfung den Klavierdeckel zugemacht.

Stattdessen wandte ich mich mehr dem Schreiben zu. Meine berufliche Laufbahn führte mich zur Deutschen Presse-Agentur (dpa) und – nach einem Zwischenspiel beim Schulbuchverlag Schroedel – zur Associated Press (AP, zuletzt dapd).

Aber die Musik ließ mich nicht los. Und wenn meine Altersgenossen begeistert Luftgitarre oder Luftschlagzeug spielten, war es bei mir das Luftklavier (was für Außenstehende manchmal wie eine Joe-Cocker-Imitation aussah). Einige Jahre später kehrte ich auch zu echten schwarzen und weißen Tasten zurück, erst mit einem Keyboard, dann einem Digitalpiano. Zusätzlich fuhr ich regelmäßig zu Steinway, um auf einem Flügel zu üben. Als das auch nicht mehr reichte, schaffte ich mir ein Pianino an. Klingt niedlich, hat aber laut Hersteller "Konzertcharakter". Schließlich suchte ich auch wieder Klavierunterricht und fand ihn bei einer professionellen Pianistin; einer Pianistin, die mich schon beim ersten Vortragsabend einlud, meine eigenen Kompositionen zu spielen…

Ich war "wieder hier, in meinem Revier". Und ich begann, meine Talente und Interessen zu verbinden. So entstand das Nachrichtenmagazin MUSIK HEUTE, das 2011 online ging.

2015 haben wir das Nachrichtenmagazin MUSIK HEUTE weiterentwickelt zu der Nachrichtenagentur MUSIK HEUTE.