Dirigent Riccardo Muti erhält "Praemium Imperiale"

11. Juli 2018 - 11:07 Uhr

Berlin (MH) – Der Dirigent Riccardo Muti wird mit dem "Praemium Imperiale" geehrt. Das teilte der Präsident des Goethe-Instituts und Repräsentant der Japan Art Association, Klaus-Dieter Lehmann, am Mittwoch in Berlin mit. Die Auszeichnung gilt als der weltweit wichtigste Kunstpreis und wird in den Sparten Malerei, Skultur, Architektur, Musik und Theater/Film vergeben.

Riccardo Muti

Riccardo Muti

Der 1941 im italienischen Neapel geborene Muti zähle zu den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit, hieß es in der Begründung. "In seiner beeindruckenden Laufbahn mit über fünf Jahrzehnten musikalischen Erfolgs hat er mit den führenden Orchestern der Welt konzertiert", darunter den Berliner, den New Yorker und den Wiener Philharmonikern. Daneben war er Chefdirigent des Londoner New Philharmonia Orchestra, des Philadelphia Orchestra und der Mailänder Scala. Seit 2010 leitet er das Chicago Symphony Orchestra.

Muti setze sich mit Präzision und Temperament für die Rezeption von Komponisten des 19. Jahrhunderts wie Verdi oder Rossini ein, hieß es weiter. 2015 gründete er in Ravenna eine eigene Akademie für junge Dirigenten, Sänger und Korrepetitoren, um die klassischen Kriterien zur Vorbereitung italienischer Opern zu vermitteln. Schon 2004 gründete Muti auch das Luigi Cherubini Youth Orchestra mit jungen Musikern aus ganz Italien.

Weitere Preisträger sind die französische Filmschauspielerin Catherine Deneuve, der belgische Maler Pierre Alechinsky, der französische Architekt Christian de Portzamparc und in der Sparte Skulptur die Japanerin Fujiko Nakaya. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 15 Millionen Yen (rund 115.000 Euro) dotiert. Sie werden am 23. Oktober in Tokio verliehen. Zudem geht ein mit fünf Millionen Yen (rund 38.000 Euro) verbundener Nachwuchspreis an die Shakespeare Schools Foundation in Großbritannien.

Die ausgewählten Künstler zeichneten sich in ihren jeweiligen Ausdrucksformen durch große Eigenständigkeit, Klarheit und Prägnanz aus, sagte Lehmann. Ihre Werke beeindruckten und überzeugten durch ihre Sensibilität ebenso wie durch expressive Kraft. "Darin sind sie im Einklang mit der Grundidee des Praemium Imperiale, dass Kunst und künstlerisches Schaffen den kulturellen Dialog über Grenzen und Differenzen hinweg beleben und damit Toleranz, Frieden und Entwicklung der Menschheit unterstützen", würdigte er.

Der 1988 begründete Praemium Imperiale wurde seit 1989 an 154 Künstler, einschließlich der diesjährigen Preisträger, verliehen.

(wa)

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