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Theater Cottbus: Interims-Direktor kommt nächste Woche

25. Mai 2018 - 15:33 Uhr

Cottbus – Nach der fristlosen Kündigung des Theater-Stiftungschefs in Cottbus soll schon bald René Serge Mund als Interims-Verwaltungsdirektor einspringen. "Er wird kommen, voraussichtlich schon nächste Woche", sagte die Stiftungsratsvorsitzende, Kulturministerin Martina Münch (SPD), am Freitag nach einem Gespräch mit der Belegschaft in Cottbus. "Ich habe gestern mit ihm telefoniert, und er steht bereit." Mund war vor Jahren an dem Cottbuser Mehrspartenhaus bereits als Geschäftsführender Direktor tätig gewesen. Die Belegschaft freue sich auf ihn, sagte Münch.

Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus

Zu der Krise an Brandenburgs einzigem Staatstheater kam es, als immer mehr Ensemble-Mitglieder den Führungsstil von Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ anprangerten. Ihm wurden cholerische Ausfälle und Beleidigungen im Arbeitsalltag vorgeworfen. Christ ist wegen der Krise derzeit beurlaubt, das Theater strebt die Beendigung seines Vertrags an.

Wegen der Querelen hört auch Intendant Martin Schüler zum Ende der Spielzeit im Juli auf. Erst im Dezember waren beide Verträge bis 2024 verlängert worden. Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass dem Vorsitzenden der sich um den Theaterbetrieb kümmernden Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), Martin Roeder, fristlos gekündigt wurde.

Um die Lage an dem Haus wieder zu beruhigen, bekommen die Mitarbeiter mehr Mitspracherecht. Der Personalrat darf künftig als Gast an den Stiftungsratssitzungen teilnehmen, wie Münch sagte. "Und zwar bei jeder Sitzung." Es werde auch einen Tagesordnungspunkt "Angelegenheiten des Personalrats" geben.

Der laufende Spielplan werde durch die Theater-Querelen nicht beeinträchtigt, betonte Münch. "Es findet ein ganz normaler Theaterbetrieb in der gewohnten Qualität statt."

Der Schauspieldirektor am Staatstheater, Jo Fabian, betonte nach der Belegschaftsversammlung, dass die Krise auch eine Zeit der Chancen sei. Der Cottbuser Eklat könne überregional eine Debatte anregen, wieviel Emanzipation man beim Intendanz-Modell an Theatern zulasse.

(dpa/MH)

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(24.05.2018 – 18:35 Uhr)

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