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“Echo Klassik”-Sonderpreise für Nachwuchsförderung

04. Oktober 2011

Neben herausragenden und erfolgreichen Künstlern wurden mit dem Echo Klassik auch Projekte für Nachwuchsförderung ausgezeichnet. Sonderpreise verlieh die Jury in diesem Jahr an die bundesweite Initiative “Jugend musiziert” und das Jugendorchester ATTACCA.

Echo Klassik

Das Konzept von “Jugend musiziert” besteche durch seine Breitenwirkung, erklärte die Deutsche Phono-Akademie zur Begründung. Viele der Teilnehmer hätten sich durch ihre musikalische Betätigung im unmittelbaren Lebensumfeld ihrer Kindheit weit über die Musik hinaus qualifiziert. Mehr als 25.000 Jugendliche stellen sich jährlich den Wettbewerben von der Regional- über die Landes- bis zur Bundesebene. Das Jugendorchester ATTACCA sei kein Ensemble für zukünftige Berufsmusiker. Vielmehr biete die Musikalische Akademie des Bayerischen Staatsorchesters Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren die Möglichkeit, ein Orchesterinstrument zu erlernen und Freude am gemeinsamen Musizieren zu haben.

Mit dem “Klassik für Kinder-Preis” wurde die CD “Komm, wir fahren nach Amerika” des Beethoven Orchesters Bonn unter Dirigent Thomas Honickel ausgezeichnet. Sie schildert die Reise Antonín Dvořáks in die Neue Welt anhand seiner 9. Sinfonie. Zudem werden die dabei mitspielenden Instrumente des Orchesters vorgestellt. Es ist die erste CD einer Reihe, die die Kinderkonzerte des Beethoven Orchesters Bonn begleiten.

Yuja Wang

Als Nachwuchskünstler nahmen der italienische Tenor Vittorio Grigolo, die norwegische Geigerin Vilde Frang und die chinesische Pianistin Yuja Wang einen Echo in Empfang. Ebenso wie Rolando Villazon und die klassische Band Spark (in der Kategorie “Klassik ohne Grenzen”) gaben sie beeindruckende Kostproben ihres künstlerischen Könnens. Der Dirigent Zubin Mehta wurde für sein Lebenswerk geehrt. Der 75-Jährige nahm den Preis, den sein Freund und Kollege Daniel Barenboim übergab, “mitten in meiner Karriere” entgegen, wie er sagte.

In der Kategorie Musik-DVD (Dokumentation) wurden zwei Produktionen prämiert. “Carlos Kleiber – Spuren ins Nichts” ist der erste Dokumentarfilm über den genialen Dirigenten, der die Öffentlichkeit scheute und niemals Interviews gab. Regisseur Eric Schulz zeichnet mit Hilfe von Erinnerungen enger Freunde und Weggefährten sowie rarer Archivaufnahmen das Leben Kleibers nach. Der amerikanische Regisseur Peter Rosen wurde für seinen Film “A Surprise in Texas” über den Van Cliburn Klavierwettbewerb 2009 ausgezeichnet. Daran nahmen im texanischen Fort Worth 29 der weltbesten jungen Pianisten teil. Rosen hat sie vor und hinter den Kulissen des dreiwöchigen Wettbewerbs beobachtet.

D. Hope, J. A. Abreu

Mit einem Sonderpreis für sein soziales Engegament wurde José Antonio Abreu gewürdigt. Die Verleihung des “Echo Klassik” an den Gründer der musikalischen Bewegung “El Sistema” war der emotionale Höhepunkt der Preisgala am Sonntag im Berliner Konzerthaus. Abreu nahm den Preis “im Namen all jener exzellenter Künstler und Lehrer” in Empfang, mit denen er seit über drei Jahrzehnten an dem Projekt arbeitet. Der Geiger Daniel Hope äußerte in seiner Laudatio den Wunsch, dass in Europa Musikerziehung ebenso selbstverständlich werde wie Schreiben und Lesen.

Der Echo Klassik ist einer der bekanntesten Musikpreise der Welt und wird seit 1994 vergeben. Die Deutsche Phono-Akademie – das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie – ehrt damit jährlich herausragende und erfolgreiche Aufnahmen nationaler und internationaler Künstler. Ausgezeichnet werden nicht nur etablierte Weltstars, sondern auch herausragende junge Talente.

Die komplette Liste der Preisträger 2011:

Simone Kermes

Sängerin des Jahres: Simone Kermes

Sänger des Jahres: Thomas Hampson

Instrumentalisten des Jahres:
Teodoro Anzellotti (Akkordeon); Lisa Batiashvili (Violine); Frank Bungarten (Gitarre); Truls Mørk (Cello); Murray Perahia (Klavier)

Dirigent des Jahres: Andris Nelsons

Ensemble des Jahres:
Hagen Quartett (neue Instrumente); Hespèrion XXI (historische Instrumente); Huelgas Ensemble (Vokal-Musik); PraeBACHtorius DHM/Sony

Würdigung des Lebenswerkes: Zubin Mehta

Nachwuchskünstler:
Vittorio Grigolo (Gesang); Ray Chen (Violine); Vilde Frang (Violine); Maximilian Hornung (Cello); Sebastian Manz (Klarinette); Ramón Ortega Quero (Oboe); Anna Vinnitskaya (Klavier); Yuja Wang (Klavier); Robin Ticciati (Dirigat)

Spark

Klassik-ohne-Grenzen-Preis:
David Orlowsky/Singer Pur (Jeremiah); Spark (Downtown Illusions); Rolando Villazón (Mexico!)

Sinfonische Einspielung des Jahres:
(inkl. 18. Jh.) Charles Mackerras/Scottish Chamber Orchestra (Mozart: Sinfonien 29,31,32,35 & 36)
(19. Jh.) David Zinman/Tonhalle Orchester Zürich/WDR Rundfunkorchester (Mahler: Sinfonie Nr. 8)
(20./21. Jh.) Pierre Boulez/Wiener Philharmoniker/Wiener Singverein/Steve Davislim (Szymanowski: Song of the Night)

Konzerteinspielung des Jahres:
(inkl. 18. Jh.)/Fagott: Sergio Azzolini/L’Aura Soave Cremona (Vivaldi: Concerti per fagotto 1)
(19. Jh.)/Orgel: Stefan Bleicher/Douglas Boyd/Musikkollegium Winterthur (Rheinberger: Sämtliche Orgelkonzerte)
(19. Jh.)/Cello: Sol Gabetta (Elgar: Cello Concerto) – (19. Jh.)/Violine: Susanna Yoko Henkel/Duisburger Philharmoniker/Jonathan Darlington (Tschaikowsky: Konzert für Violine und Orchester)
(20./21. Jh.)/Violine: Hilary Hahn (Higdon & Tchaikovsky: Violin Concertos)

Operneinspielung des Jahres:
(17./18. Jh.) Fabio Biondi/Europa Galante (Vivaldi: Ercole sul Termondonte)
(19. Jh.) nicht vergeben – (20./21. Jh.) Stefan Blunier/Beethoven Orchester Bonn/Chor des Theaters Bonn (Eugen d’Albert: Der Golem)
(Opernarien & Duette) Bejun Mehta (Händel: Ombra Cara); René Pape/Staatskapelle Berlin (Wagner)

Chorwerk-Einspielung des Jahres:
(16./17. Jh.) Christina Pluhar/L’Arpeggiata (Monteverdi: Vespro della Beate Virgine)
(18./19. Jh.) Christoph Spering/Das Neue Orchester/Chorus Musicus Köln (Mendelssohn Bartholdy: Elias)
(20./21. Jh.) Marcus Creed/SWR Vokalensemble Stuttgart (Villa-Lobos: Chorwerke)

Dorothee Mields – Hille Perl – Lee Santana

Kammermusik-Einspielung des Jahres:
(17./18. Jh.) Hille Perl/Dorothee Mields/Lee Santana (Loves Alchymie)
(19. Jh.) Artemis Quartett (Beethoven: Streichquartette 130,133)
(19. Jh.) Viktoria Mullova/Kristian Bezuidenhout (Beethoven: Violinsonaten 3, 9)
(20./21. Jh./Gem. Kammerensemble) musikFabrik (Sprechgesänge)
(20./21. Jh./Streicher) Quatuor Ebène (Fiction)
(20./21. Jh./Bläser) Quintette Aquilon (Bohemian Wind Quintets)

Solistische Einspielung des Jahres:
(17./18. Jh./Klavier) Alexandre Tharaud (Scarlatti: Sonaten)
(19. Jh./Klavier) Piotr Anderszewski (Schumann: Klavierwerke)
(20./21. Jh./Orgel) Henrico Stewen (Reger: Various Organ Works)

Liedeinspielung des Jahres: Diana Damrau (Strauss: Poesie)

Editorische Leistung des Jahres: Ben van Oosten (Marcel Dupré: Orgelwerke, Gesamteinspielung/12 CDs)

Welt-Ersteinspielung des Jahres: Manfred Honeck/Swedish Radio Symphony Orchestra (Braunfels: Jeanne D’Arc)

Klassik für Kinder-Preis: Thomas Honickel/Christian Firmbach/Beethoven Orchester Bonn (Komm, wir fahren nach Amerika)

Sonderpreis der Jury für Nachwuchsförderung:
Jugend musiziert; Musikalische Akademie des Bayerischen Staatsorchesters (Jugendorchester ATTACCA)

“A Surprise in Texas”

Surround-Einspielung des Jahres: Christian Zacharias/Orchestre de Chambre de Lausanne (Mozart: Klavierkonzerte)

Musik-DVD-Produktion des Jahres:
(Oper) Cecilia Bartoli (Halévy: Clari)
(Dokumentation) Peter Rosen (A Surprise in Texas – The Thirteenth Van Cliburn International Piano Competition); Eric Schulz/Frank Gerdes (Carlos Kleiber – Traces To Nowhere)

Bestseller des Jahres: Lang Lang (Live In Vienna)

Sonderpreis für soziales Engagement: José Antonio Abreu

(wa)

http://www.echoklassik.de/

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