Unbekannter Toscanini – Die Familienfilme des berühmten Dirigenten

09. Dezember 2011 - 11:59 Uhr

Samstag, 10. Dezember 2011 / 22:40 – 23:40 Uhr
3sat

Dokumentation (Schweiz/2008, Deutsche Erstausstrahlung) Er war ein Perfektionist, ein von der Musik Besessener, aufbrausend, zornig und zugleich höchst einfühlsam und zärtlich: Arturo Toscanini gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Zeit. 50 Jahre nach seinem Tod haben Toscaninis Nachfahren diesen Schatz an privatem Filmmaterial erstmals zugänglich gemacht und erzählen ausführlich aus dem Leben der Dirigenten-Legende. Entstanden ist das Porträt eines humor- und liebevollen Familienpatriarchen sowie störrischen und kompromisslosen Orchesterchefs.

Arturo Toscanini

Aus armen Verhältnissen im italienischen Parma stammend, lebte er am Ende seiner Karriere in New York. Seit den 1930er Jahren dokumentierte seine Familie das Leben des Maestros auf Film: Bilder von Orchesterproben, Klavierstunden mit den Enkelkindern, Alltagszenen von Aufenthalten in Luzern, das Leben in New York, Ferien am Lago Maggiore.

"Er war immer unzufrieden", erklärte Arturo Toscaninis Enkeltochter über ihren berühmten Großvater. "Er pflegte zu sagen: 'Glücklich die Künste, die keine Interpreten brauchen.' Für ihn zählte allein die Musik." 68 Jahre stand Toscanini hinter dem Pult.

Ein Film von Nicoletta Gemnetti (Regie) und Fabio Calvi (Buch).

Der große Meister

Arturo Toscanini wurde 1867 in Parma geboren und besuchte dort auch das Konservatorium. Er war nicht nur ein außergewöhnlicher Musiker, der an der Mailänder Scala, der New Yorker Metropolitan Opera und auf diversen europäischen Festspielen wirkte, sondern war auch auf vielen anderen Gebieten begabt. So verfügte er über ein geradezu enzyklopädisches Wissen und war berühmt für sein fotografisches Gedächtnis. Werke seiner bevorzugten Komponisten Wagner, Verdi, Mozart und Beethoven beherrschte er aus dem Gedächtnis.

Als einer der Ersten öffnete er sich den neuen Technologien Radio und Fernsehen. 1938 emigrierte er, abgestoßen vom italienischen Faschismus, in die USA und fungierte so zudem als wichtiges Symbol des Antitotalitarismus.

Nach einem letzten Konzert am 4. April 1954 in der Carnegie-Hall in New York gab Toscanini bekannt, dass er sich endgültig seinem Privatleben widmen werde. Er zog sich in sein Haus in Riverdale, New York, zurück. Dort starb er kurz vor seinem 90. Geburtstag, am 16. Januar 1957.

(pt/wa)

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