Tromsø/Berlin (MH) – Jakub Przybycień wird neuer Chefdirigent der Arctic Philharmonic in Norwegen. Der gebürtige Pole übernimmt den Posten ab der Saison 2027/28, wie das Orchester am Dienstag mitteilte. "Jakub ist jemand mit großer professioneller und künstlerischer Integrität", sagte Geschäftsführerin Trud Berg. Er könne sich sowohl als Ganzes als auch individuell mit dem Klangkörper verbinden.
Przybycień wird der dritte Chefdirigent in der Geschichte des 2009 gegründeten Ensembles, nach dem Schweden Christian Lindberg und dem Dänen Christian Kluxen (2018-2023). Sein Vertrag läuft zunächst über drei Jahre mit Option auf Verlängerung. "Ich hoffe, das Orchester und ich werden uns wirklich kennenlernen und einen Klang entwickeln, den wir als unseren eigenen erkennen können. Das ist vielleicht mein wichtigstes Ziel", erklärt der Dirigent.
Zunächst als Geiger aktiv, studierte Przybycień auch Dirigieren in Breslau und Zürich. Ab der Saison 2026/27 wird er für zwei Jahre Assistenzdirigent beim Boston Symphony Orchestra. In dieser Saison debütiert er etwa am Pult der Wiener Symphoniker, des Borusan Istanbul Symphony Orchestra und der Jenaer Philharmonie. Außerdem kehrt er zum Polnischen Rundfunk-Sinfonieorchester und dem Kiewer Symphonieorchester zurück.
Seit seiner Teilnahme am Malko-Dirigierwettbewerb 2024 in Kopenhagen, bei dem zwei Musiker der Arctic Philharmonic mitspielten, hat Przybycień das Orchester mehrfach besucht. Sein erstes Konzert als dessen Chefdirigent gibt er im Herbst 2027 anlässlich der Saisoneröffnung.
Die Arctic Philharmonic gilt als das nördlichste Profiorchester der Welt. Es hat seinen Sitz in den Städten Tromsø und Bodø. Die Musiker treten zehn bis zwölf Mal im Jahr als vollwertiges Symphonieorchester auf und geben zudem regelmäßig Konzerte als Sinfonietta in Bodø und als Kammerorchester in Tromsø.
Er wolle die verschiedenen Ensembles zusammenbringen und einen gemeinsamen Klang der Arctic Philharmonic als vollständiges Symphonieorchester entwickeln, erläuterte Przybycień. "Ich würde diesen gemeinsamen Klang und diese musikalische Identität gerne einem Publikum auf der ganzen Welt zugänglich machen."
"Die Arktis sowie die samische und Kven-Kultur sind ein wichtiger Teil unserer Identität", fügte Orchester-Geschäftsführerin Berg hinzu. "Jakubs Bereitschaft, den einzigartigen Geschmack eines bestimmten Musikstücks oder Klangs zu erforschen und zu entwickeln, entspricht unseren eigenen Ambitionen. Er kann über die Mainstream-Klassik hinausgehen, um zu sehen, was dort ist. Er genießt es, und wir auch", betonte sie.
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(wa)
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