Erstes Buch über die Orchesterbewegung "El Sistema"

26. August 2011 - 07:19 Uhr

1975 gründete der Musiker und Wirtschaftswissenschaftler José Antonio Abreu in Venezuela ein Jugendorchester. Damals gab es in dem ganzen Land gerade einmal zwei Sinfonieorchester. Abreus Ziel war, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer sozialen Herkunft oder Hautfarbe ein Instrument erlernen können. Schon wenige Monate später gab es neben dem "Orquesta Sinfónica Nacional Juvenil " in Venezuela vier weitere Jugendorchester. So entstand die Bewegung "El Sistema", die für viele Länder zum kultur- und sozialpolitischen Vorbild wurde.

Coverfoto

Allein in Venezuela ermöglicht "El Sistema" zur Zeit über 300.000 Kindern und Jugendlichen eine musikalische Bildung und hat damit in einem von schweren sozialen Problemen betroffenen Land eine gesellschaftsrelevante Initiative geschaffen. Die Größen der Musikwelt, von Claudio Abbado über Sir Simon Rattle bis hin zu Placido Domingo, pilgern dorthin, um das "Wunder von Caracas" selbst zu erleben und gemeinsam mit den Jugendlichen Musik zu machen. 1995 beschloss die Unesco den Aufbau eines weltweiten Systems von Kinder- und Jugendorchestern, das auf den venezolanischen Erfahrungen basiert. Mit seiner Initiative feiert José Antonio Abreu heute international Erfolge und wird mit Preisen überhäuft. Am 2. Oktober 2011 erhält er den "ECHO Klassik"-Sonderpreis für sein soziales Engagement.

Zwei Tage später erscheint unter dem Titel "Das Wunder von Caracas" das erste umfassend recherchierte Buch über diese einzigartige Erfolgsgeschichte. Wie der Irisiana Verlag mitteilte, haben die Autoren Michael Kaufmann und Stefan Piendl erkundet, mit welcher Leidenschaft Abreu sein Projekt vorantreibt, wie es sich entwickeln konnte und immer noch weiter entwickelt. Dazu befragten sie alte Weggefährten der ersten Stunde, international gefeierte Künstler wie Gustavo Dudamel und nicht zuletzt José Antonio Abreu selbst.

(wa)

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