Dem Vergessen entrissen – Der deutsch-französische Komponist Théodore Gouvy

23. Mai 2014 - 14:22 Uhr

Samstag, 24. Mai 2014 / 18:45 – 19:15 Uhr
SR-Fernsehen

Dokumentation (Frankreich/Deutschland 2014, Erstausstrahlung) Zu Lebzeiten ein bekannter Komponist, war Louis Théodore Gouvy bereits kurz nach seinem Tod vollkommen in Vergessenheit geraten. Heute – über ein Jahrhundert später – wird seine Musik wieder gespielt und gefeiert. Das Feature von Alexis und Yannis Metzinger untersucht die Hintergründe des Vergessens und der Wiederentdeckung des deutsch-französischen Musikers.

Théodore Gouvy

Théodore Gouvy

Geboren 1819 im heutigen Saarbrücken-Schafbrücke als Sohn einer französischen Industriellenfamilie, feierte Gouvy Erfolge zunächst in Paris, später in Leipzig, wo er 1898 starb. Er korrespondierte mit zahlreichen musikalischen Größen des 19. Jahrhundert wie Camille Saint-Saens, Franz Liszt, Ferdinand Hiller, Johannes Brahms oder Hector Berlioz.

Als bekennender Franzose, jedoch erst mit 32 Jahren eingebürgert, bewegte er sich zwischen zwei Nationen, die sich spätestens seit dem Krieg von 1870/71 feindlich gegenüber standen. War dieses Spannungsverhältnis der Grund, weshalb man seine Musik nach seinem Tod nicht mehr spielte? Weil sie durch beide Kulturen geprägt war und somit nicht in die nationalistisch gesinnte Epoche passte?

Der Film, eine lothringische Produktion unter Beteiligung des Saarländischen Rundfunks stellt die Musik dieses wohl bedeutendsten Komponisten der Region vor. Inzwischen haben seine Werke, dank großen Engagements auf beiden Seiten der Grenze, wieder einen festen Platz im Repertoire der Romantik gefunden. Die Deutsche Radio Philharmonie beispielsweise hat sämtliche Sinfonien von Gouvy auf CD eingespielt.

(pt/wa)

Link:

http://www.sr-online.de/sronline/kultur/musik_konzerte/theodore_gouvy100.html

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