Poulenc: Gespräche der Karmelitinnen

11. Juli 2014 - 09:02 Uhr

Sonntag, 13. Juli 2014 / 00:20 – 03:20 Uhr
ARTE

Oper (Frankreich 2014, Erstausstrahlung) Frankreich während der Revolution: In jenen wirren Zeiten hofft die Adelige Blanche de La Force, im Kloster Compiègne in der Nähe von Paris Zuflucht zu finden. Letztendlich folgt sie den Karmelitinnen zur Guillotine. Die Oper stammt aus dem Jahr 1957 und gilt als ein Meisterwerk der französischen Opernliteratur des 20. Jahrhunderts; sie vereint die emotionale Kraft der Textvorlage von Georges Bernanos mit der expressiven Musik von Francis Poulenc.

Patricia Petibon

Patricia Petibon

Olivier Pys Neuinszenierung von Poulencs Oper "Dialogues des Carmélites" am Théâtre des Champs Elysées erregte im Dezember 2013 Aufsehen bei Publikum und Kritik: Die Tageszeitung "Le Monde" titelte "Karmelitinnen von ergreifender Menschlichkeit", der "Figaro" sprach von "denkwürdigen Dialogen". Mit Sängerinnen wie Sophie Koch, Patricia Petibon und Véronique Gens ist die Erfolgsproduktion herausragend besetzt.

Die Handlung spielt in den blutgetränkten Zeiten der Französischen Revolution: 1789 flüchtet sich die junge Adelige Blanche de la Force vor den Übergriffen der Revolutionäre in ein Karmelitinnen-Kloster. Sie lebt unter ständiger Angst, hofft jedoch, an diesem Ort der Besinnung Zuflucht und Ruhe zu finden. Fünf Jahre später werden die Tore des Klosters unter der Terrorherrschaft gestürmt; die Schwestern sollen hingerichtet werden. Blanche gelingt zunächst die Flucht, aber schließlich bringt sie aus Solidarität und aus dem Glauben schöpfend den Mut auf, sich ebenfalls den Henkern zu stellen.

Die tragische Geschichte der Karmelitinnen, die lieber sterben als ihrem Glauben zu entsagen, wird von einem Weltklasse-Ensemble dargeboten. Die Fernsehaufzeichnung von François-René Martin spiegelt die filmische Bildsprache der Inszenierung wider und steht der Bühnenaufführung in nichts zurück. Insbesondere die Szene, in der Blanche de la Force freiwillig in den Tod geht, ist dramatisch ergreifend in Szene gesetzt.

Die Opern- und Theaterproduktionen des bekannten französischen Regisseurs Olivier Py waren bereits in Deutschland, unter anderem an der Kölner Oper und an der Berliner Volksbühne, zu sehen. 2014 leitet Py das zweite Jahr in Folge das Festival von Avignon. Angesichts ihres großen Erfolges soll die vorliegende Produktion in Paris 2015 wieder aufgenommen werden.

(pt/wa)

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