Akten zur Leipziger Kirchenmusik unter Bach entdeckt

03. Februar 2026 - 16:49 Uhr

Leipzig/Berlin (MH) – Die Leipziger Kirchenmusik unter Johann Sebastian Bach (1685-1750) wurde kommunal gefördert: Der Stadtrat förderte gezielt studentische Sänger und Instrumentalisten. Das geht aus bislang unbekannten Dokumenten hervor, die das Stadtarchiv Leipzig am Dienstag vorgestellt hat. "Die Leipziger Kirchenmusik beruhte nicht allein auf künstlerischer Exzellenz, sondern auf einer funktionierenden kommunalen Förderstruktur", sagte Musikwissenschaftler Bernd Koska, der die Akten im Stadtarchiv gefunden hat.

Präsentation Handschriftenfunde im Stadtarchiv Leipzig

Die Dokumente enthalten Briefe und Bewerbungsschreiben Leipziger Studenten und zur Organisation von Bachs Kantatenaufführungen. Als herausragend gilt dabei ein bislang unbekanntes Zeugnis des Komponisten Bach von 1740 für seinen bevorzugten Bassisten Gottlob Friedrich Türsch. Zudem kamen das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns sowie ein Zeugnis des Schriftstellers Johann Christoph Gottsched für den Komponisten Johann Friedrich Doles zutage.

Die Funde gelangen Koska im Rahmen des Forschungsprojekts "Forschungsportal Bach" der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit Sitz im Bach-Archiv Leipzig. Die Dokumente veränderten das Bild von den institutionellen Voraussetzungen der Kirchenmusik unter Bach grundlegend, erklärte der Direktor des Bach-Archivs, Peter Wollny: "Was sich hier zeigt, ist Kulturförderung mit langfristiger Wirkung – ein Prinzip, das Leipzig seit Jahrhunderten prägt", sagte er.

Das Stadtarchiv Leipzig zeigt die drei neu entdeckten Handschriften bis zum 23. April im Rahmen einer Sonderausstellung mit Bachiana aus den eigenen Beständen.

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(wa)

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