Semperoper eröffnet Saison mit Bellinis "Norma"

02. Oktober 2021 - 23:31 Uhr

Dresden (dpa/MH) – Hass und Krieg contra Liebe und Frieden: Die Semperoper Dresden hat mit der Oper "Norma" von Vincenzo Bellini (1801-1835) am Samstagabend ihren Premierenreigen der zweiten Corona-Spielzeit begonnen und hofft auf baldige Normalität. Für die Inszenierung von Peter Konwitschny in der musikalischen Verantwortung des Italieners Gaetano d’Espinosa gab es überaus langen Applaus. Die Staatskapelle Dresden und das Solistenensemble mit Yolanda Auyanet (Norma), Stepanka Pucalkova (Adalgisa) und Dmytro Popov (Pollione) an der Spitze wurden mit Bravo-Rufen und Standing Ovations bedacht.

"Norma"

"Norma"

Das Belcanto-Werk Bellinis war erstmals seit 1904 wieder in einer szenischen Version in Dresden zu erleben. 2006 hatte es zuletzt eine konzertante Variante gegeben. Auch deshalb war die Spannung mit Blick auf die neue Dresdner "Norma" groß. Regisseur Konwitschny will politische Fragen an das Stück stellen, dabei geht es ihm aber nicht um Tagesaktualität. Die hatte eher zur Entstehungszeit des Werkes eine Rolle gespielt. Als die Bellini-Oper 1831 in Mailand uraufgeführt wurde, stand Norditalien unter österreichischer Herrschaft. In Bellinis Oper werden die Gallier von den Römern geknechtet.

Konwitschny zeigt die beiden Akte in einer komplett unterschiedlichen Szenerie. Im ersten Teil lässt er die Gallier, ihre Oberpriesterin Norma und die anderen Protagonisten in einem Wald (Bühnenbild und Kostüme: Johannes Leiacker) agieren. Die Herren des Opernchores kommen als Krieger wie Asterix-Figuren daher. Nach der Pause ändert sich das Umfeld grundlegend. Norma verrichtet ihr Priesteramt nun in einem Großraumbüro. Nach dem Verrat ihres Geliebten, Pollione, hat sie wichtige Entscheidungen zu treffen und stellt sich ihrer eigenen Schuld. Am Ende verlässt sie selbstbestimmt eine lieblose Welt.

"Norma" war am Samstag in Dresden die erste Premiere der Spielzeit. Darin möchte die Semperoper auch Neuproduktionen auf die Bühne bringen, die wegen der Corona-Pandemie bisher nicht zu sehen waren. Aus dem selben Grund wird von knapp 1.400 Plätzen nur ein Teil besetzt, außerdem gelten Hygieneregeln. Insgesamt sind 15 Premieren geplant. Am 22. Oktober geht es mit Verdis "Don Carlo" weiter.

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(dpa/MH)

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