Ali Baba und das Kinderprogramm der Komischen Oper Berlin

09. März 2012 - 08:02 Uhr

"Ali Baba und die 40 Räuber" heißt die Kinderoper, die die Komische Oper Berlin für die Saison 2012/13 in Auftrag gegeben hat. Uraufgeführt wird die Erzählung aus 1001 Nacht am 28. Oktober 2012. "Sesam, öffne Dich!" heißt es aber schon am 02. September, beim Kinderfest zur Eröffnung der Spielzeit, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Denn das Fest lädt zum Erkunden und Erleben des Hauses ein, auf der Bühne und hinter den Kulissen. Neben "Ali Baba" bietet der Tag auch einen Vorgeschmack auf "Die Zauberflöte", "Hänsel und Gretel" und andere Veranstaltungen.

Spielzeiteröffnungsfest

Mit der Räubergeschichte führt die Komische Oper ihre erfolgreiche Kinderopern-Reihe fort. Die Musik hat der in Berlin lebende türkische Komponist Taner Akyol geschaffen, das Libretto stammt von Cetin Ipekkaya und Marietta Rohrer-Ipekkaya. Regie führt der im Musical-Bereich international gefragte Matthias Davids. Die Produktion ist in dieser Spielzeit auch das Zentrum des Projekts "Türkisch. Oper kann das!". In der vorigen Saison begonnen, spricht es vor allem Publikum mit türkischen Wurzeln an. Geboten werden Workshops und verschiedene informative Veranstaltungen. Zudem lassen sich in der Übersetzungsanlage der Oper alle Vorstellungen des Repertoires auf Türkisch mitverfolgen.

In Konzerten für Kinder bietet das Opernhaus Orchestermusik zum Mitmachen und Mitdenken. Die sechs einstündigen Programme werden altersgerecht moderiert. Die Themen reichen von "Wind und Wetter" mit Mozarts "Donnerwetter" und Vivaldis "Sommer" aus den "Vier Jahreszeiten" bis zu "Musik zwischen Suppe und Nachtisch" mit Telemanns "Tafelmusik" und der "Bonbon"-Polka von Johann Strauß. Sonntags sind Familien eingeladen, an Wochentagen Kindergartengruppen und Grundschulklassen.

Mit über 300 Workshops für Schulklassen allein in der vergangenen Saison engagiert sich die Komische Oper Berlin für die musikalisch-szenische Grundbildung von Schülern. In den kostenlosen Einführungen zu allen Opern des Spielplans bereiten sich Kinder und Jugendliche auf den Besuch einer Aufführung vor. Sie schlüpfen in Rollen aus dem Stück, fühlen sich in die Musik ein und erarbeiten selbständig Kernszenen der Aufführung. Vorher fremde Opernfiguren werden dadurch zu Personen mit verständlichen Motiven und komplexe Aktionen zu nachvollziehbaren Handlungen. Die Schüler sind nicht mehr passive Zuhörer, sondern erleben das Stück aktiv mit. Zu diesen Workshops reisen inzwischen Klassenfahrten aus ganz Deutschland an.

Workshop

Für Kinder ab vier Jahren bietet die Komische Oper Führungen hinter die Kulissen mit ihren faszinierenden und verblüffenden Möglichkeiten. Der Kinderchor der Oper ist unter anderem in "Ali Baba und die 40 Räuber" zu sehen. Um auch in großen Opern als Sänger und Darsteller mitwirken zu können, erhalten die 90 Jungen und Mädchen zwischen fünf und 16 Jahren eine kindgerechte Stimmbildung. Interessierte Kinder sind übrigens jederzeit herzlich willkommen.

Am Anfang ein 12-Stunden-Opernmarathon

Mit einem Marathon aus drei Opern an einem Tag beginnt die Komische Oper am 16. September 2012 ihre Spielzeit. In der Inszenierung des neuen Intendanten Barrie Kosky werden die drei vollständig erhaltenen Opern von Claudio Monteverdi – "Orpheus", "Odysseus" und "Poppea" aufgeführt. Dabei werden von morgens um 11:00 Uhr bis abends 23:00 Uhr über 200 Künstler auf der Bühne stehen. Den ältesten Werken der Operngeschichte folgt am 30. September die Uraufführung von Olga Neuwirths "American Lulu".

Zwölf Premieren wird die Komische Oper in der kommenden Saison präsentieren, davon zehn Musiktheater und zwei konzertante Operetten. Den Monat Mai macht das Haus künftig zum "Mozart-Mai". Mit der "Zauberflöte" gibt der neue Generalmusikdirektor Henrik Nánási seinen Einstand als Operndirigent. Dem facettenreichen Werk des Komponisten Kurt Weill ist eine ganze Woche im Januar gewidmet. Unter anderem tritt die Grande Dame des deutschen Schauspiels Gisela May auf, in einem Konzert unter der Leitung von Kapellmeisterin Kristiina Poska.

Zu den Highlights des sinfonischen Programms mit dem Orchester der Komischen Oper zählt ein Konzert mit dem berühmten polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki, der seine eigene 4. Sinfonie und die 9. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch dirigiert (09. November). Bei einem Konzert am 07. Dezember leitet der Pianist Rudolf Buchbinder mit drei Klavierkonzerten von Haydn, Mozart und Beethoven das Orchester vom Flügel aus. Weitere Gäste sind die Pianistin Lise de la Salle (Neujahr) und der lettische Stargeiger Gidon Kremer (14. Juni 2013) mit der deutschen Erstaufführung eines ihm gewidmeten Violinkonzerts von Victor Kissine.

Der gesamte Spielplan der Komischen Oper Berlin ist im Internet abrufbar.

(wa)

http://www.komische-oper-berlin.de/

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