Mainz/Berlin (MH) – Der russische Komponist und Pianist Rodion Schtschedrin ist tot. Er starb am Freitag in München, wie sein Verlag Schott Music mitteilte. Schtschedrin wurde 92 Jahre alt. "Mit ihm verliert die Musikwelt eine ihrer interessantesten Stimmen, in der sich russische Tradition und westliche gemäßigte Avantgarde auf reizvolle Weise miteinander verbanden", hieß es in einem Nachruf.
Geboren am 16. Dezember 1932 in Moskau begann Schtschedrin seine musikalische Laufbahn Ende der 1930er Jahre an der staatlichen Chorschule. 1950 kam er ans Konservatorium, wo er Komposition studierte und zahlreiche Klavierwerke schuf, die er oft selbst uraufführte. Mit der Zeit verschaffte er sich über Russland hinaus internationale Anerkennung. Leonard Bernstein brachte 1968 Schtschedrins 2. Orchesterkonzert in New York zur Uraufführung. Auch für den Pianisten Olli Mustonen, den Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, den Geiger Maxim Vengerov und den Klarinettisten Jörg Widmann schrieb er Solokonzerte und Kammermusik. Daneben schuf er Opern, Sinfonien und Konzerte für Orchester.
1958 heiratete Schtschedrin die Primaballerina des Moskauer Bolschoi-Theaters, Maja Plissezkaja. Für sie schrieb er insgesamt fünf Ballettkompositionen, darunter 1967 die "Carmen-Suite". Plissezkaja starb 2015 im Alter von 89 Jahren in München.
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(wa)
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