Villazón in Berlin für "L’Italiana in Algeri" gefeiert

08. März 2026 - 21:02 Uhr

Berlin (MH) – Gioachino Rossinis Komödie "L’Italiana in Algeri" in der Regie von Rolando Villazón hat das Publikum der Deutschen Oper Berlin begeistert. Die Premiere wurde am Sonntag mit Jubel und großem Applaus gefeiert. Der weltbekannte Tenor, der seit 15 Jahren auch als Opernregisseur tätig ist, inszenierte an dem Haus bereits Giacomo Puccinis "La rondine" und "Die Fledermaus" von Johann Strauß.

"L’Italiana in Algeri"

Villazón verlegte die turbulente Handlung, die auf dem Libretto von Angelo Anelli basiert, aus dem Palast des türkischen Herrschers von Algier in einen Ringerclub in Mexiko. Harald Thor hat dazu ein buntes, abwechslungsreiches Bühnenbild entworfen – an der Rückwand des Catcher-Vereins prangte etwa das überlebensgroße Bild eines Muskelprotzes.

Die erfolgreiche Uraufführung von "L’Italiana in Algeri" 1813 in Venedig machte den jungen Komponisten Rossini in seiner Heimat und ganz Europa bekannt. Bey Mustafà – bei Villazón der zwielichtige Boss des Wrestling-Clubs El Seraglio – will seine Frau Elvira loswerden und sie mit dem Diener Lindoro vermählen. Doch Lindoro ist bereits in Isabella verliebt, die auf der Suche nach ihm ist. Mustafà sehnt sich indes nach einer temperamentvollen Italienerin und wirft sofort ein Auge auf Isabella, als diese in seinen Club kommt.

In der Rolle des einfältigen, vor Liebe blinden Bey Mustafà erheiterte der italienische Bariton Tommaso Barea die Zuschauer. Als Isabella, die ihn schließlich austricksen und mit dem Geliebten fliehen kann, war die russisch-schweizerische Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina zu erleben. Der amerikanische Tenor Jonah Hoskins sang die Partie von Lindoro, während die koreanische Sopranistin Hye-Young Moon als verschmähte Elvira auftrat. Unter der Leitung von Alessandro De Marchi brachte das Orchester der Deutschen Oper die vielfältigen Klangfarben des spritzigen Werkes zur Geltung und setzte viele humoristische Akzente.

Am Premierenabend war auch der ehemalige Intendant Dietmar Schwarz anwesend, dem sein Interims-Nachfolger Christoph Seuferle vor der Pause die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Oper verlieh.

© MUSIK HEUTE. Alle Rechte vorbehalten – Informationen zum ➜ Copyright

(ck/wa)

Mehr zu diesem Thema:

Weitere Artikel zur Deutschen Oper Berlin

Link:

http://www.deutscheoperberlin.de

Mehr zu diesen Schlagwörtern: , , , ,