Donnerstag, 13. September 2012 / 23:30 – 00:15 Uhr
RBB-Fernsehen
Dokumentation (Deutschland 2011) Das Publikum ist ein Phänomen, unkalkulierbar und unverzichtbar. Es kann die Künstler nach oben tragen und es kann sie stürzen. Der magische Austausch, das ist es, was das Live-Erlebnis "Oper" ausmacht. Der Film beobachtet das Phänomen dieser Interaktion. Ein Blick auf die Oper aus ungewöhnlichem Blickwinkel: es geht nicht um Komponisten, nicht um Diven und Tenöre, auch nicht um Dirigenten oder den Orchestergraben.
Es geht um die Menschen "unten im Saal". Die Zuschauer in diesem Film sind nicht Zeugen, sondern im Mittelpunkt des Interesses. Gefragt wird auch, warum der eine gerne in die Oper geht, der andere aber nicht. Und wenn man erst einmal drin ist – wie soll man sich verhalten? Ein etwas anderer Streifzug durch die Geschichte der Oper.
Das Publikum im Saal übt mächtigen Einfluss auf die Künstler auf der Bühne aus – und das nicht nur durch rhythmisches Klatschen oder Bravo-Rufe. Die Stimmung der Zuschauer ist oft ausschlaggebend für die Qualität der Aufführung. Der Film geht Fragen nach, die von "Wann berichtet der Boulevard" bis zu "Was ist schlimmer – Husten oder Hustenbonbon auspacken?" reichen.
In der Dokumentation von Marieke Schroeder kommen Garderobieren, Logenschließer, Sänger, Historiker und Intendanten zu Wort. Die Sopranistin Simone Kermes berichtet, wie sie aus Versehen eine Frau in der ersten Reihe angespuckt hat. Intendantenlegende Gérard Mortier beschreibt das Pubikum als gefährliches Biest, und ein Logenschließer schickt empörte Opernbesucher erst einmal zum nächsten Bierlokal. Interviewpartner sind Michael Walter, Simone Kermes, Elena Filipova, Nikolaus Bachler, Eckart Altenmüller, Gérard Mortier und Jörg Splett.
(pt/wa)