Sonntag, 28. April 2013 / 20:15 – 22:10 Uhr
ARTE
Gala (Frankreich 2013, Erstausstrahlung) Die Ballettschule der Pariser Oper verkörpert den französischen Ballettstil des 17. und 18. Jahrhunderts, der an der königlichen Tanzakademie (1661) durch Ludwig XIV. und das Conservatoire de danse (1713) begründet wurde. Seitdem entwickelt sich diese Einrichtung beständig weiter. Dabei gelingt es ihr, traditionelle und zeitgenössische tänzerische Ausdrucksformen gekonnt zu vereinen.
Die Jubiläumsgala zum 300-jährigen Bestehen der Ballettschule ist eine Hommage an diesen unverwechselbaren Tanzstil. Präsentiert werden Kreationen, die einerseits dem klassischen Ballett verpflichtet sind, andererseits aber modern interpretiert werden. Annette Gerlach moderiert die Aufzeichnung. Sie wird durch kurze Dokumentationen ergänzt, in denen die Entwicklung des klassischen französischen Tanzstils sowie dessen Weitergabe und Rezeptionsgeschichte im Mittelpunkt stehen. Schauplätze sind das Schloss von Versailles, die historischen Ballettsäle des Palais Garnier und die Ballettschule in Nanterre.
Die Ballettmeisterin der Pariser Oper und die Leiterin der Ballettschule, Brigitte Lefèvre und Elisabeth Platel, beleuchten die Geschichte der Einrichtung, deren Tanzausbildung und Bedeutung für das zeitgenössische künstlerische Schaffen und die Zukunft des Tanzes.
Das Programm der Jubiläumsgala:
"D’ores et déjà": Das Stück bringt zwei Künstler zusammen, deren unterschiedliche Stile sich gegenseitig ergänzen. Die auf barocke Tänze spezialisierte Choreografin Béatrice Massin und Nicolaus Paul, Tänzer im Ballettensemble der Pariser Oper und moderner Choreograf, interpretieren die barocken Grundlagen des Balletts unter Verwendung von Auszügen aus der Ballettoper "Les Indes Galantes" von Jean-Philippe Rameau.
"La nuit de Walpurgis": Getanzt wird ein Ballett aus der Oper "Faust" von Charles Gonoud; die Choreografie von Claude Bessy geht auf Léo Staats zurück. Das Ballett, das von Generationen von Tänzerinnen aufgeführt wurde, verkörpert den französischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts in Reinform.
"Célébration": ein Werk des Choreografen Pierre Lacotte, ein Experte des romantischen Balletts. Lacotte bringt darin seine Verehrung für den Perfektionismus der Ballettschule zum Ausdruck. Er entwarf seine Choreografie für die Meistertänzer Aurélie Dupont und Mathieu Ganio sowie vier weitere Paare.
"Péchés de Jeunesse": Das Stück von Jean-Guillaume Bart, Meistertänzer des Ballettensembles und Choreograf, beruht auf einer Komposition von Rossini. Die Choreografie greift den Stil Robbins und Balanchines auf und ähnelt in ihrer Musikalität den Tanzstücken von Léo Staats.
"Aunis": Für dieses Stück ließ sich der der Choreograf Jacques Garnier von regionalen Musikstilen und traditionellen Tänzen beeinflussen. Drei Tänzer interpretieren eine Komposition von Maurice Pacher.
(pt/wa)