Deutsche Post steigt bei Beethoven-Festspielhaus Bonn aus

16. Juni 2015 - 20:12 Uhr

Bonn/Berlin (MH) – Die Deutsche Post steigt aus der finanziellen Unterstützung für das geplante Beethoven-Festspielhaus in Bonn aus. Innerhalb der Stadt sei "kein eindeutiger Schulterschluss" für das Projekt zu erkennen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Durch das Fehlen einer deutlichen Willensbekundung habe der Plan keine Zukunft und sei auch für Sponsoren nicht hinreichend attraktiv, sagte der Vorstandsvorsitzende Frank Appel.

Fahnen vor Konzernzentrale

Fahnen vor Konzernzentrale

Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch bedauerte die Entscheidung in einer Stellungnahme "außerordentlich". Er habe die Post erst vor einem Monat darüber informiert, wie die Stadt Bonn als Partner in diesem Projekt ihre "Hausaufgaben" nach und nach erledige. Einen "eindeutigen Schulterschluss" gebe es bei solchen Projekten nie.

Der Vorsitzende der Initiative "Bürger für Beethoven", Stephan Eisel, nannte den Rückzug der Post "eine Riesen-Blamage" für Nimptsch und die Kommunalpolitik. Trotz erheblichen bürgerschaftlichen Engagements sei es nicht gelungen, den kommunalpolitischen Eindruck der Unentschlossenheit zu korrigieren. Für die Beethovenstadt Bonn sei eine große Zukunftschance vertan worden.

Ursprünglich wollte die Deutsche Post als Hauptinvestor bis zu 30 Millionen Euro der Baukosten von rund 70 Millionen Euro beisteuern. Das Konzerthaus sollte zum 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2020 fertiggestellt werden. Stattdessen will das Unternehmen jetzt mit dem Beethoven-Haus und dem Beethovenfest andere Möglichkeiten sondieren, die Feierlichkeiten zu unterstützen.

(wa, dpa)

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