Klavierprofessor Natochenny: Gericht lässt Ruhestand nicht verschieben

03. Juni 2015 - 16:39 Uhr

Frankfurt/Main – Der renommierte Klavierprofessor Lev Natochenny muss sein Büro in der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) im Herbst räumen. Das Verwaltungsgericht hat nach eigenen Angaben vom Mittwoch einen Eilantrag des Pädagogen abgewiesen. Mit ihm hatte der 65-Jährige die Hochschule zwingen wollen, seinen Eintritt in den Ruhestand um ein Jahr hinauszuschieben.

Lev Natochenny

Lev Natochenny

"Das ist enttäuschend, aber es ist eine Tatsache", sagte Natochenny der Deutschen Presse-Agentur. Ob er beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerde einlegt, ließ er offen. Der Musiker kündigte an, er wolle ein Institut für hochbegabte Pianisten gründen.

Das Gericht sei der Argumentation der HfMDK gefolgt, die kein dienstliches Interesse an der Weiterbeschäftigung Natochennys erkannt habe, teilte die Hochschule mit. "Verbeamtete Hochschullehrer gehen mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand, um Platz zu machen für neue Entwicklungen", sagte Präsident Thomas Rietschel.

Das Hessische Beamtengesetz erlaubt ein Hinausschieben der Altersgrenze bis zum vollendeten 70. Lebensjahr, wenn es "im dienstlichen Interesse liegt". Natochenny lehrt seit 1995 an der Frankfurter Musikhochschule. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen der mehrfache "Echo"-Preisträger Martin Stadtfeld sowie Eugene Choi, Dirk Mommertz, Christopher Park und Evgenia Rubinova.

(dpa/MH)

Links:

http://www.hfmdk-frankfurt.de
http://www.natochenny.de

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