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Europaweit erster Studiengang "Barockorchester"

08. Februar 2013 - 11:58 Uhr

Trossingen/Berlin (mh) – Einen Studiengang für das barocke Orchesterspiel bietet die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen ab dem Wintersemester 2013/14. Während man alle relevanten Barock-Instrumente mittlerweile solistisch studieren kann, ist der Orchester-Studiengang europaweit bisher einmalig, teilte die Hochschule mit. Der international akkreditierte Bachelor of Music "Barockorchester" bereite in acht Semestern zielgerichtet und praxisnah auf eine Karriere in Barockensembles vor. Anmeldeschluss für das Wintersemester ist der 15. April 2013. Die Aufnahmeprüfung findet Anfang Juli statt.

Barockorchester

Absolventen der Musikhochschulen fehlt nach dem Studium oft die grundlegende Erfahrung im Orchesterspiel. Besonders den Studenten der historischen Aufführungspraxis verlangt die orchestrale Musik des 17. und 18. Jahrhunderts mit ihrem breiten Repertoire und differenzierten regionalen Stilen ein hohes Maß an Flexibilität und Imagination ab. An diesem Punkt setzt der neu ins Leben gerufene Studiengang in Trossingen an.

Eine enge Praxisanbindung an etablierte Barockorchester garantieren drei gefragte Musiker der Alten-Musik-Szene. Studiengangsleiter Prof. Anton Steck hat sich mit weitreichenden Neuentdeckungen im Geigenrepertoire einen Namen gemacht. Barockviolinist Prof. John Holloway ist als Dozent und Meisterkursleiter international bekannt. Der Cellist Werner Matzke ist Gründungsmitglied von Concerto Köln und Solist von Amsterdam Baroque unter Ton Koopman. Zudem konnten namhafte Ensembles wie die Akademie für Alte Musik Berlin bereits für eine praxianahe Zusammenarbeit gewonnen werden.

"Früher war der Bereich bis Mozart innerhalb der Ausbildung gefragt, heute geht die Literatur mit alten Instrumenten – oder besser: "mit historischen Instrumenten der jeweiligen Epoche" – bis Ravel! Dies sind grandiose Anforderungen an die neue Studentenschaft", sagte Studiengangsleiter Steck dem Nachrichtenmagazin musik heute am Donnerstag. Die Veränderungen der Alten-Musik-Szene sollten sich auch im Hochschulstudium widerspiegeln. "Ich freue mich daher sehr, dass unser neuer Studiengang auch international große Resonanz erhält. Kooperationen unter anderem mit den Musikhochschulen in Lyon und Stockholm sind im Entstehen. Die Hochschule für Musik Trossingen begreift sich vor diesem Hintergrund als die erste europäische Nachwuchsschmiede ihrer Art", sagte Steck.

Bei der Vorbereitung auf eine professionelle Tätigkeit als Orchestermusiker orientiert sich der Studiengang an den berufspraktischen Anforderungen. Praxiswissen und Bühnenerfahrung eignen sich die Studenten durch kontinuierliche Repertoirearbeit in kammermusikalischen Ensembles und dem Trossinger Barockorchester an. "Eine Besonderheit ist unser Studienmodul 'Beruf und Karriere'", betonte Steck. Ein dazu gehörendes Berufspraktikum zum Studienende ermögliche den jungen Musikern den persönlichen Erstkontakt zu bedeutenden Klangkörpern.

Anton Steck

Während des Studiums soll auch die klangliche Authentizität gefördert werden. Zur umfangreich ausgestatteten Instrumentensammlung der Trossinger Musikhochschule gehören neben zahlreichen Cembali auch kostbare Instrumente aus der Familie der Laute, Violine, Viola da Gamba, Traversflöte, Oboe, Trompete und Zink. Zudem wird im Einzelunterricht die Solo-Literatur ausführlich gepflegt. Denn: "Für viele Musiker der Alten Musik führt der Weg zur Solisten-Karriere über das Spiel im Orchester", wie der Barockviolinist Steck aus eigener Erfahrung weiß.

Darüber hinaus hat die Musikhochschule Trossingen Masterstudiengänge Konzertmeister/Stimmführer (für Streicher) und Ensembleleitung eingerichtet. Diese stehen sowohl den Absolventen des B.A. Barockorchester als auch Absolventen anderer Hochschulen offen.

(wa)

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Link:

http://www.mh-trossingen.de/barockorchester

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