Ausstellung "Unternehmen Oper" mit Originaldokumenten von Verdi

29. August 2013 - 09:42 Uhr

(mh) – Wie entsteht eine Oper? Den ganzen Prozess von der Beauftragung bis zur Uraufführung zeichnet die Ausstellung "Unternehmen Oper" nach. Ab Freitag sind in Berlin Originalpartituren, Libretti, ausgewählte Korrespondenz, Bühnenbilder und Figurinen zu den beiden späten Verdi-Opern "Otello" und "Falstaff" zu sehen. Die einzigartigen Zeugnisse der italienischen Operngeschichte aus dem Mailänder Archivio Storico Ricordi werden zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

Ausstellung

Das Archiv birgt eine der weltweit wertvollsten Musiksammlungen in privater Hand. Seit mehreren Jahren gehört es zum Medienkonzern Bertelsmann, der es nun einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt. Facettenreich und interaktiv zeigt die Ausstellung die Opernkultur des 19. Jahrhunderts anhand des kreativen Zusammenspiels des Musikverlegers Giulio Ricordi und des Librettisten Arrigo Boito mit dem Komponisten Giuseppe Verdi.

Im Bestand des Archivio Ricordi befinden sich heute 7.800 Originalpartituren von mehr als 600 Opern, darunter wertvolle Originalhandschriften von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini, sowie rund 10.000 Libretti und an die 6.000 historische Fotografien. Diese Dokumente sowie die komplette Geschäftskorrespondenz des Hauses von 1888 bis 1962 ermöglichen weitreichende Einblicke in die Denk- und Arbeitsweise des Kulturbetriebs der damaligen Zeit.

"Das Archivio Ricordi beherbergt eine Fülle erlesener Kulturschätze", sagte der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe. "Für uns bedeutet dies vor allem eine hohe Verantwortung, sorgsam mit diesem kulturhistorisch bedeutsamen Erbe umzugehen und dafür zu sorgen, dass es nachfolgenden Generationen erhalten bleibt." So wird der Bestand nach modernsten wissenschaftlichen und technischen Standards aufbereitet, wo nötig restauriert und schrittweise auch virtuell erlebbar gemacht.

Archivio Ricordi

Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper und Musikdirektor der Mailänder Scala, unterstrich die Bedeutung des Archivio Ricordi für die Musikwelt und hob die einst besondere Beziehung zwischen dem Verleger Ricordi und dem Komponisten Verdi hervor. "Wir gehen sehr sorgsam mit diesen Kulturschätzen um und machen sie einem breiten Publikum zugänglich", erklärte Liz Mohn, Sprecherin der Bertelsmann-Eigentümerfamilie Mohn und Gründerin des internationalen Opern-Nachwuchsprogramms "Neue Stimmen".

Die Ausstellung "Unternehmen Oper: Verdi. Boito. Ricordi" ist vom 30. August bis 15. September 2013 in der Berliner Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden zu sehen. Der Eintritt ist frei. Vom 07. bis 21. Oktober 2013 werden die Exponate im Theater der Stadt Gütersloh gezeigt und in der Folge noch in Mailand.

(wa)

Links:

http://www.bertelsmann.de/
http://www.enterpriseopera.com/
http://www.ricordicompany.com/

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