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Stabat Mater – P. Jaroussky & E. Barath singen Pergolesi

20. März 2015 - 10:45 Uhr

Sonntag, 22. März 2015 / 18:30 – 19:15 Uhr
ARTE

Musik (Frankreich 2014, Erstausstrahlung) Es ist eines der schönsten Sakralmusik-Werke überhaupt: Wie Mozarts "Requiem" ist auch Pergolesis "Stabat Mater" (1736) für Sopran, Alt und Streicher von düsterer Schönheit. Wie Mozart verfasste auch der 26-jährige Pergolesi sein Meisterwerk nur wenige Wochen vor seinem Tod. "Im gleichen Moment, in dem sein Tod bekanntgegeben wurde", so schrieb Dr. Burney, ein berühmter Reisender im 18. Jahrhundert, "offenbarte sich in ganz Italien ein ausgeprägtes Verlangen, seine Werke zu hören und zu besitzen."

Emöke Barath, Philippe Jaroussky

Emöke Barath, Philippe Jaroussky

Das Stück handelt vom Schmerz der Heiligen Mutter Gottes angesichts der Kreuzigung ihres Sohnes. Pergolesis Stärke waren Gefühle, nicht technische Virtuosität. "Durch die Seele voller Trauer, schneidend unter Todesschauer jetzt das Schwert des Leidens ging" – diesen physischen Schmerz und die Seelenpein der Heiligen Jungfrau übersetzt Pergolesi in Musik.

In der Besetzung mit dem französischen Countertenor Philippe Jaroussky und der ungarischen Sopranistin Emöke Barath entfaltet sich das Werk in seiner ganzen emotionalen Kraft. Nathalie Stutzmann dirigiert das von ihr gegründete Kammerorchester Orfeo 55.

Philippe Jaroussky zählt zu den bekanntesten Countertenören der heutigen Zeit. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für Musik: Bereits im Alter von elf Jahren erhielt er Geigenunterricht, mit 15 folgte Klavier. Nach seinem Studium der beiden Instrumente sowie der Harmonielehre und Komposition in Frankreich wandte er sich dem Gesang zu – mit großem Erfolg. Sein Durchbruch gelang ihm 1999 mit der Aufführung von Alessandro Scarlattis Oratorium "Sedecia" bei den Festivals von Royaumont und Ambronay. Seitdem stand Jaroussky mit renommierten Ensembles wie Les Arts Florissants, Les Musiciens du Louvre und L’Arpeggiata auf den großen Bühnen der Welt. Für seine herausragenden Leitungen erhielt er bereits mehrfach die französischen Victoires de la Musique und wurde ebenfalls mehrfach mit dem deutschen Echo Klassik ausgezeichnet. Für die "Stabat Mater"-Interpretation mit Julia Lezhneva und dem Ensemble I Barocchisti gewann er 2014 den International Classical Music Award in der Kategorie "Baroque Vocal".

Die ungarische Sopranistin Emöke Barath studierte Klavier und Harfe und begann bereits im Alter von 18 Jahren zu singen. Sie erhielt Gesangsunterricht an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest und am Luigi-Cherubini-Konservatorium in Florenz. 2009 gewann sie den dritten Preis beim Antonin-Dvorak-Wettbewerb in Tschechien, 2011 wurde sie mit dem ersten Preis und Publikumspreis beim Internationalen Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti in Innsbruck bedacht. Im selben Jahr gewann sie den Grand Prix beim Verbier Festival in der Schweiz und den renommierten Junior Prima Primissima Prize in Ungarn. 2012 debütierte sie an der Budapester Staatsoper und beim Verbier Festival als Barbarina, sowie bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik in der Titelrolle von "L’incoronazione di Poppea". Baraths unverwechselbare Stimme und ihre Technik eröffneten der Sopranistin rasch Zugang zu großen Opernhäusern und bedeutenden Konzertpodien. Barath gibt regelmäßig Liederabende und übernimmt den Vokalpart in Kammer- und Kirchenkonzerten. So sang sie die Sopransoli in Bachs Matthäus-Passion an der Budapester Staatsoper sowie in der h-Moll-Messe mit den Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski.

(pt/wa)

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