Warschau/Berlin (MH) – Der südkoreanische Pianist Seong-Jin Cho hat den Internationalen Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau gewonnen. Das gab die Jury in der Nacht zu Mittwoch nach mehrstündiger Beratung bekannt. Der 21-Jährige erhielt die Goldmedaille und 30.000 Euro sowie einen Sonderpreis für die beste Interpretation einer Polonaise. Schon mit der Teilnahme an dem Wettbewerb hatte sich der junge Künstler einen Kindheitstraum erfüllt.
"Am schlimmsten war der Beginn des Wettbewerbs", sagte Cho, der am Pariser Konservatorium studiert, über Nervosität und Lampenfieber auf dem dreiwöchigen Wettbewerb. "In der ersten Phase war ich so aufgeregt, dass ich keine Erinnerung daran habe, wie ich spielte – ich muss mir die Aufzeichnungen im Internet ansehen."
Die Silbermedaille und 25.000 Euro errang der Kanadier Charles Richard-Hamelin, der auch für die beste Interpretation einer Sonate ausgezeichnet wurde. Platz drei (20.000 Euro) und der Preis für die beste Mazurka ging an die US-Amerikanerin Kate Liu.
Für die 17. Ausgabe des Wettbewerbs hatte die Jury aus mehr als 450 Bewerbungen 78 junge Pianisten aus 20 Ländern eingeladen. Zehn Kandidaten kamen bis in das Finale.
Der Internationale Chopin-Wettbewerb wird seit 1927 organisiert und findet alle fünf Jahre statt. Er zählt zu den weltweit wichtigsten Musikwettbewerben und ist einer der wenigen, die ganz dem Werk eines einzigen Komponisten gewidmet sind. Zahlreiche frühere Gewinner haben später international Karriere gemacht, unter ihnen Martha Argerich, Maurizio Pollini, Vladimir Ashkenazy, Krystian Zimerman, Mitsuko Uchida, Rafał Blechacz und Daniil Trifonov.
(wa, mit dpa)
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http://www.chopincompetition2015.com
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