Sonntag, 29. Januar 2012 / 16:25 – 17:15 Uhr
ARTE
Dokumentation (Deutschland/2011, Erstausstrahlung) Jeder kennt sie, die Melodie von "Für Elise". Beethovens populäres Klavierstück ist nicht nur auf fast jedem Klassik-Mix zu hören und erklingt beim jährlichen Konzert der Musikschule. In Hollywoodstreifen wie "Rosemary’s Baby" oder "Inglourious Basterds" gehört das Stück zur Filmmusik. Man hört es als Handyklingelton, in Telefonwarteschleifen oder als Spieluhrmelodie. Und sogar der New Yorker Rapper Nas baute seinen Erfolgstitel "I can" auf der Melodie von "Für Elise" auf.
Wie wurde dieses kurze Klavierstück, das ein Musikforscher erst 30 Jahre nach Beethovens Tod entdeckte, so erfolgreich? Gemeinsam mit Pianisten, Beethoven-Forschern und Komponisten gehen die Autoren der Dokumentation auf eine Spurensuche nach Ursprung und Bedeutung von "Für Elise". Dabei versuchen sie, den Zauber zu ergründen, den dieses wohl bekannteste Werk Beethovens in jeder Generation weltweit aufs Neue auslöst.
Während Pianisten das Werk erläutern, analysieren und interpretieren, geht der Film in Archiven in Wien und Bonn der Frage nach, welche Originalskizzen Beethovens zu dem Werk erhalten geblieben sind. Was sagen sie über die Entstehungszeit und den Werkkontext aus? Und wer war die geheimnisvolle Elise, der das Stück gewidmet ist? Den roten Faden des Films bilden verschiedene Interpretationsansätze und Statements von international renommierten Pianisten. Dabei erfahren die Zuschauer, wie vielfältig das Werk interpretiert und gedeutet werden kann.
Axel Fuhrmann und Axel Brüggemann schildern in ihrem Film den Siegeszug eines Bestsellers. Richard Clayderman brachte "Für Elise" in die Charts, Polanski benutzte das Klavierstück als Filmmusik, der Musikkomödiant Hans Liberg macht darüber seine Späße. In der Dokumentation kommen der Herausgeber der Beethoven Gesamtausgabe, Professor Bernhard Appel, zu Wort, sowie der Museumsdirektor des Beethoven-Hauses in Bonn Dr. Michael Ladenburger, der Archivar des Stephansdoms in Wien Reinhard Gruber, Gregor Willmes, der Kulturmanager der C. Bechstein AG und die Musikwissenschaftler Dr. Klaus Martin Kopitz und Michael Lorenz. Befragt werden außerdem Pianistinnen und Pianisten wie Alice Sara Ott, Gabriela Montero, Kit Armstrong, Richard Clayderman sowie die Komponisten Detlev Glanert und Enjott Schneider.
(pt/wa)