Ernst von Siemens Musikpreis an Jordi Savall

22. Januar 2026 - 00:01 Uhr

München/Berlin (MH) – Der internationale Ernst von Siemens Musikpreis geht in diesem Jahr an Jordi Savall. Der katalanische Gambist und Musikwissenschaftler habe "als Musiker, als Forscher und als Vermittler Wegweisendes für die Alte Musik und die historische Aufführungspraxis geleistet", teilte die Ernst von Siemens Musikstiftung am Donnerstag mit. Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert und zählt zu den wichtigsten Musikpreisen weltweit.

Jordi Savall

Der 1941 geborene Savall habe sich seit den späten 1960er-Jahren unermüdlich für die Alte Musik eingesetzt – nicht nur als Interpret, sondern auch als Wissenschaftler, der Handschriften des Mittelalters und der Renaissance erforschte, hieß es in der Begründung.

Gemeinsam mit seiner 2011 verstorbenen Ehefrau, der Sopranistin Montserrat Figueras, gründete Savall 1974 das Ensemble Hespèrion XX (heute Hespèrion XXI), das sich auf Musik der iberischen Halbinsel spezialisierte und 1987 das Vokalensemble Capella Reial de Catalunya, das sich der geistlichen Musik des Mittelalters widmet. 1989 folgte das Orchester Le Concert des Nations, das Werke des Barock, der Klassik und der Frühromantik auf Originalinstrumenten spielt. 1998 gründete er das Label Alia Vox, das 230 Titel veröffentlichte und mehr als zwei Millionen CDs verkaufte. Die von Savall konzipierten und geleiteten Youth Orchestra and Choir Professional Academies (YOCPA) bieten aufstrebenden Musikern Weiterbildung und bringen sie mit etablierten Interpreten in ausgewogenen Ensembles zusammen. 2018 gründete er zudem das Ensemble Orpheus XXI für geflüchtete Musiker aus Nordafrika und dem arabischen Raum.

Die drei Komponisten-Förderpreise der Stiftung gehen 2026 an die Britin Bethan Morgan-Williams, den Armenier Hovik Sardaryan und die Australierin Kitty Xiao. Neben dem Preisgeld von jeweils 35.000 Euro sind auch digitale Tonträgerveröffentlichungen Teil der Auszeichnung. Die Förderpreise Ensemble ’26 werden an NO HAY BANDA aus Kanada und das Ensemble for New Music Tallin aus Estland verliehen.

Der Musikpreis soll zusammen mit den Förderpreisen am 23. Mai im Münchner Prinzregententheater verliehen werden. Die Laudatio auf Savall hält der Schweizer Violinist Edouard Mätzener. Es spielen Hyperion XXI und La Capella Reial de Catalunya unter der Leitung des Preisträgers.

Die in der Schweiz ansässige Ernst von Siemens Musikstiftung vergibt in diesem Jahr insgesamt vier Millionen Euro an Fördermitteln, darunter 4,3 Millionen Euro an zeitgenössische Musikprojekte weltweit. Gefördert werden vor allem Kompositionsaufträge, aber auch Festivals, Konzerte, Kinder- und Jugendprojekte.

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(wa)

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