Berlin (MH) – Zum 25. Todestag von Giuseppe Sinopoli wird in Deutschland und Italien mit Konzerten, Vorträgen und einer Ausstellung an den weltbekannten Dirigenten und Komponisten erinnert. Die Veranstaltungsreihe "Sinopoliana" findet von April bis November in Berlin, Dresden, Rom und Venedig statt, wie die Koordinatoren am Donnerstag in Berlin bekanntgaben. Das interdisziplinäre Projekt wird von der italienischen Regierung über das staatliche Italienische Kulturinstitut in Berlin unterstützt, um die zentrale Rolle Sinopolis im künstlerischen und intellektuellen Dialog zwischen beiden Ländern zu würdigen.
Sinopoli starb am 20. April 2001 im Alter von 54 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts, den er während einer Aufführung von Verdis "Aida" an der Deutschen Oper Berlin erlitt. 1946 in Venedig geboren, schloss er parallel zu seiner musikalischen Ausbildung auch ein Medizinstudium ab. Neben seinen Auftritten in bedeutenden Musikzentren wie Wien und Bayreuth war er Chefdirigent mehrerer Orchester. Nach dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom und dem Philharmonia Orchestra London leitete er bis zu seinem Tod die Sächsische Staatskapelle Dresden.
"Mein Vater besaß die große Fähigkeit, Musik, Medizin, Archäologie, mitteleuropäische Kultur und Psychologie in einen Dialog miteinander zu bringen", sagte sein Sohn Marco Sinopoli. "'Sinopoliana' soll nicht nur an ihn erinnern, sondern auch einen Raum schaffen, in dem seine Vision weiterhin lebendig bleibt."
Das Festival wird an seinem Todestag mit einem Konzert im Meistersaal Berlin eröffnet. An der Aufführung eigener Werke von Sinopoli sowie von Ferruccio Busoni, Alban Berg, Gustav Mahler und Daniela Fantechi ist seine Witwe Silvia Cappellini Sinopoli als Pianistin beteiligt. Neben einem Kammerkonzert in der Deutschen Oper (29. Juni) ist in der Berliner Philharmonie ein Konzert des Philharmonia Orchestra London geplant (15. Oktober). In Dresden wird der Musiker Marco Sinopoli mit seiner Gruppe Extradiction eine Brücke zwischen Maurice Ravel und zeitgenössischem Jazz schlagen (29. September).
Abgerundet wird das Programm durch eine Fotoausstellung in Rom und Berlin mit Archivmaterialien der Staatskapelle Dresden und dem zu dem Medienkonzern Bertelsmann gehörenden Mailänder Musikarchiv Ricordi. In der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom findet am 26. Oktober ein Studientag statt, an den sich im November eine Diskussionsveranstaltung und ein Sinfoniekonzert im Teatro La Fenice anschließen.
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(ck/wa)
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