Weimar/Berlin (mh) – Eine "Radio-Komposition" mit Gesängen der Inuit erarbeitet der Kompositionsprofessor Robin Minard. Dazu reist der Klangkünstler im März in den Nordosten Kanadas. Im Inuit-Territorium Nunavut werde Minard Aufnahmen des speziellen Obertongesangs der Urbevölkerung sowie von den Geräuschen der arktischen Umgebung machen, teilte die Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar am Dienstag mit.
Neben Feldforschungen bei bis zu minus 25 Grad Celsius will der Professor für Elektroakustische Komposition auch Interviews mit den Inuit zu ihrer Geschichte und ihren Traditionen führen.
Aus dem gesammelten Tonmaterial wird Minard eine knapp einstündige Komposition "The Qikiqtaaluk Deep Map" schaffen. Diese soll im Herbst 2013 im "Klangkunst"-Programm von Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt werden. Der Titel bezieht sich auf den Namen des Inuit-Territoriums in ihrer eigenen Sprache. Die indigene Bevölkerung pflegt ihre von komplexen Rhythmen geprägte Sprache sowie die besondere Kunst des Obertongesangs.
Klänge haben für die Inuit generell eine spezielle, oft kulturell unterlegte Bedeutung. Geräusche sind eng verbunden mit der Topographie ihrer Landschaft und dem täglichen Überlebenskampf im arktischen Winter. Während die visuelle Wahrnehmung auf das Nötigste reduziert ist, besitzen die Inuit ein extrem feines Gespür für Klangnuancen. Beim Jagen und Fischen verständigen sie sich oft mit akustischen Signalen, die auf natürliche Geräusche referieren.
(wa)
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