Lagrime di San Pietro

03. Januar 2014 - 09:03 Uhr

Sonntag, 05. Januar 2014 / 00:05 – 00:55 Uhr
ARTE

Musik (Frankreich 2010) Orlando di Lasso (1532-1594) war einer der bedeutendsten Komponisten der Hochrenaissance. Kurz vor seinem Tod schuf er die Motette über Petrus' Reue nach der Verleugnung Christi. Das Meisterwerk der Renaissance wird interpretiert vom Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe.

Orlando di Lasso

Orlando di Lasso

Als "belgischen Orpheus" und "Musikerfürsten" sahen ihn seine Zeitgenossen. Das wohl bedeutendste Werk seiner außerordentlich fruchtbaren Karriere waren die "Lagrime di San Pietro" (Die Bußtränen des Heiligen Petrus). Den Zyklus aus 21 geistlichen Madrigalen vollendete di Lasso drei Wochen vor seinem Tod. Das Meisterwerk gilt als Testament des damals europaweit bekannten Musikers. Es ist ein Klagelied an das schwindende Leben, eine letzte Opfergabe, komponiert am Vorabend eines politischen wie künstlerischen Umbruchs und zu Beginn der turbulenten Barock-Ära.

Die "Lagrime di San Pietro" nehmen in Orlando di Lassos beeindruckendem Gesamtwerk wie im musikalischen Repertoire des späten 16. Jahrhunderts in vielfacher Hinsicht eine Sonderstellung ein. Sie sind zunächst ein absoluter Höhepunkt in der Madrigal-Tradition, in der das geistliche Madrigal als typisches Ausdrucksmittel der Gegenreformation eine wichtige Rolle spielte.

Auch die Form des Werkes ist auffällig – die 21 auf Luigi Tansillos Gedicht "Lagrime di San Pietro" komponierten Stücke bilden eine unzertrennliche Einheit und sind nach der zyklischen Struktur angeordnet, die noch bis in die Spätrenaissance populär bleiben sollte.

Auffällig ist außerdem die seltene – und symbolische – siebenstimmige Besetzung. Die Zahl Sieben spielt auf Maria an, die "Mutter der sieben Schmerzen", und wurde für zahlreiche Komponisten zum Symbol für Trauer und Leid. Der Zyklus umfasst 21 – also dreimal sieben Teile. Das 21. Stück ist eine lateinische Motette und der Höhepunkt des Werkes.

Mit: Maria-Cristina Kiehr (Sopran), Hana Blaziková (Sopran), Thomas Hobbs (Alto), Chris Watson (Alto), Tore Denys (Bass), Peter Kooij (Bass), Stephan MacLeod (Tenor). Chor: Collegium Vocale Gent.

(pt/wa)

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